In G Dur steht Beethovens viertes Klavierkonzert op. 58 und wurde 1805/ 1806 komponiert, wobei es erst im März 1807 uraufgeführt wurde. Gewidmet ist es Rudolph Erzherzog von Österreich. Die Satzfolge dieses intimen, zarten Konzertes ist: 1. Allegro moderato; 2. Andante con moto; 3. Rondo. Vivace.
Das Klavier intoniert zuerst - eine Neuerung grundsätzlicher Natur, die die Orchesterexposition obsolet werden lässt. Dieses Thema ist von extremer Schönheit, Anmut, Grazie, Wonne und Zartheit. Pittoresk schlängelt es sich durch diesen intimen Satz, der von Einfall nur so strotzt - Beethoven war ein Meister der Variation.
Das dämonische Andante symbolisiert einmal mehr den Sieg über Übermenschliches. Mit gewaltiger, schneidender Härte und Strenge schmettert das Orchester, worauf das Klavier beschwichtigend antwortet, und das immer selbstbewusster, bis schließlich das Klavier über die Übermacht einen stillen Triumph davonträgt.
Ein reizendes wie filigranes Vivace schließt dieses lyrische Konzert in unvergesslicher Art und Weise.
Schließlich bleibt das fünfte Klavierkonzert in Es Dur op. 73: Es wurde 1809 geschrieben und in Wien am 28. November 1811 zur Uraufführung gebracht unter tosendem Beifall des Publikums. Zusammen mit dem vierten Klavierkonzert trat es eilig seinen Siegeszug durch die Konzerthäuser der ganzen Welt an und brachte dem Meister endlich den längst verdienten Weltruhm ein. Allerdings konnte Beethoven aufgrund seiner fortgeschrittenen Ertaubung nicht selbst am Flügel Platz nehmen, sondern sein Schüler Carl Czerny nahm die Aufführung vor.
Besonders im englischen Sprachraum bekam es den Beinamen Emperor's Concerto, was Beethoven ein Graus gewesen sein dürfte; denn nicht für den Kaiser Napoléon, sein Jugendidol, hatte er dieses Konzert geschrieben, sondern um zum Aufbruch gegen das französische Joch zu blasen.
Der Widmungsträger des knapp 40minütigen und damit längsten seiner Klavierkonzerte ist Rudolph Erzherzog von Österreich, sein Schüler und Gönner. Die Satzfolge lautet: 1. Allegro; 2. Adagio un poco mosso; 3. Rondo. Allegro.
Wie schon im vierten Konzert eröffnet auch im fünften das Klavier die Szene, und das zusammen mit dem vollen Orchester fanfarenartig im Jubelmarsch einherschreitend. Es entwickelt sich ein frisches, agiles Thema, dessen Vorwärtsstreben unverkennbar ist. Das Klavier verarbeitet es weit reichend und bringt es in divine Höhen.
Was folgt, ist schließlich das Adagio in H Dur, der festlichsten aller Tonarten. Nicht unvermittelt wird der Hörer an Anton Bruckners große Adagios erinnert, man denke alleine an das aus seiner siebenten Sinfonie. Es scheint geradezu, als werde vor Schlachtbeginn ein antiker Weihegottesdienst abgehalten, in dem die Götter bezüglich des Schlachtausgangs gütig und gnädig gestimmt werden sollen.
Und dann geht es attacca in die Schlacht: Ein wunderschönes, einprägsames Thema bahnt sich seinen Weg zunächst durch das Klavier und nach einer kurzen Spannungssteigerung durch das ganze Orchester. Schwelgend endet das Konzert sehr feierlich.
Wilhelm Kempff zählte das vierte Klavierkonzert zeitlebens zu seinen liebsten Werken; und das merkt man in jedem Ton, den er anstimmt. Aber auch das fünfte Klavierkonzert meistert er fehlerfrei, bravourös und kongenial mit Leitner, dessen rigides Dirigat sein Übriges tut.
Fazit: Wieder eine monumentale Aufnahme, die die Serie "The Originals" auf den Markt gebracht hat! Absolut empfehlenswert, wobei ich das vierte Konzert als das Highlight dieser Einspielung empfinde.