Kubelik spielt mit den Bayern die Slawischen Tänze von Dvorák nach meiner Meinung nur etwas nuancierter und liegt damit nur knapp vor der ebenso hervorragenden Aufnahme des Tschechischen Philharmonischen Orchesters unter der Leitung von Vaclav Neumann, erschienen bei TELDEC, preiswert übernommen von apex hier
Slawische Tänze Op.46 & 72. Es mag sein, daß Neumann etwas heißsporniger als Kubelik ist, aber vielleicht nur ganz wenig. Denn beide sind gebürtige Tschechen und wissen die Musik ihres Landes exzellent anzuleiten und umzusetzen. Die Aufnahme mit Neumann ist tontechnisch etwas moderner bzw. besser als die hier rezensierte Aufzeichnung mit Kubelik aus dem Jahr 1975. Hinsichtlich dieser Aufnahme von Kubelik aus der Originals-Serie sei zu deren tontechnischen Ehrenrettung aber noch erwähnt, daß das "Original-Image Bit-Processing" eben doch etwas bringt, etwa 20 bis 25 % besseren und volleren Klang als ohne diese Modernisierung hier
Slawische Tänze. Doch auch schon ohne jene Modernisierung klingt sie wirklich gut, jedenfalls deutlich voller, als die DECCA-Legends-Aufnahme der Wiener Philharmoniker unter Kubelik aus dem Jahr 1955 in Mono hier
Slawische Tänze Op.46+72, die eher nur Freunde historischer Aufnahmen interessieren wird.
Neumann leitete das Tschechische Philharmonische Orchester nach seinem Weggang vom Gewandhausorchester Leipzig, an dessen Stelle Kurt Masur nachrückte. Vaclav Neumann ist auch ein Mann mit Haltung. Er war vor Kurt Masur Gewandhauskapellmeister in Leipzig und verließ die damalige DDR aufgrund der DDR-Soldaten in der damaligen CSSR 1968 ('Prager Frühling"). Das Gewandhausorchester hatte das Nachsehen und in Leipzig ist diese verständliche Haltung Vaclav Neumanns unverändert hoch angesehen. Solche Humanisten mag man sowieso.
Bei der Musik der Slawischen Tänze hatte ich über Jahre keine eindeutige Begeisterung. Das lag am ersten Klangeindruck eines Blasorchesters. Hört man aber einmal viel genauer hin (zum Beispiel bei den op. 46-Tänzen Nr. 4 (Tempo di minuetto), Nr. 5 (Allegro vivace) und Nr. 6 (Allegretto scherzando)), dann fällt einem der unglaubliche kompositorische Reichtum auf. Tolle Takt- und Rhythmenwechsel - es ist eine wunderbar verzaubende Musik. Und das besonders, wenn sie wie hier so liebevoll, kunstfertig, ja, fast träumerisch gespielt wird. Das ermöglicht Entdeckungen. Die Slawischen Tänze wurden von Dvorak eigentlich nur für Klavier (vierhändig) komponiert. Erst später folgte die Orchesterbearbeitung. Daher sei der Vollständigkeit halber an dieser Stelle die CD mit Tal & Groethuysen hier
Slawische Tänze erwähnt, die die Klavierfassung gut zu Gehör bringt. Allerdings gefällt mir die Aufnahme mit Toperczer & Lapsansky wegen des "Mehr" an Individualität und Ausdruck besser (ASIN: B0000579RX bzw. B004RCMGYU bzw. B000001XP7 bzw. B000025S5A)
Slavonic Dances for 4 Hand Pno (UK Import) bzw.
Dvorák: Slavonic Dances Op.46 & Op.72 bzw.
Slavonic Dances: For Piano Four Hands . In die Einspielung von Toperczer & Lapsansky können Sie unter der mp3-Download-ASIN: B003K510LU hineinhören
Dvo?ák: Slavonic Dances Op.46 & Op.72 . Sie ist nach meiner Meinung auch besser als die von Katia & Marielle Labèque (ASIN: B00000E490 bzw. CD 2 von ASIN: B00008CLIF)
Klavier-Duette .