... dann kommen Sie an dieser einzigartigen Produktion nicht vorbei, selbst wenn Sie schon zwei Dutzend Aufnahmen dieses Werkes in Ihrem Schrank haben.
Es ist wie eine Neuentdeckung. Was Carlos Kleiber im März 1980 im Wiener Musikvereinssaal mit den dortigen Philharmonikern geleistet hat, bleibt bis heute, mehr als 25 Jahre nach dem ersten Erscheinen der Aufnahme, ohne Beispiel. Der Dirigent, der sich zeitlebens in den Aufnahmestudios rar machte, spürt jeder Note akribisch nach, hält seine eingeschlagenen Tempi unbeirrt durch und gibt eine Sicht auf das Werk frei, die einmalig ist und alle anderen Deutungen nicht nur ergänzt, sondern in jeder Hinsicht überstrahlt. "Bei Carlos Kleiber wird nicht philharmonische Schön-Schlamperei produziert, sondern ein ungemein fragiles Tongemälde zunächst in feinen Strichen, dann immer kräftiger und deutlicher werdend nachgezogen" (Ulrich Schreiber). In allen Sätzen ist deutlich spürbar, wie akribisch an der Partitur gearbeitet und gefeilt wurde. Das Wiener Orchester, stets eine Klasse für sich, wächst noch über sich selbst hinaus und folgt Kleiber mit einer Einsatzfreude, die sich auf alle Instrumentengruppen bis hin zur Pauke erstreckt.
Die Klangqualität der digitalen Aufnahme ist superb; das Booklet mit einem sehr informativen Beitrag von Peter Cossé über Werk und Aufnahme läßt keinen Wunsch offen. Kein Zögern: Kaufen!