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Produktinformation
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Auch ein halbes Jahrhundert später bedarf die Auszeichnung keinerlei Rechtfertigung: Die Geschichte, in der ein alter kubanischer Fischer mit einem riesigen Marlin kämpft, fängt Hemingways Lieblingsmotive von körperlicher und moralischer Herausforderung ein. Doch ist Santiago zu alt und schwach, als daß er jene machohaften Kleider, die viele der späteren Werke Hemingways verunzierten, tragen könnte: "Auf den Backenknochen hatte er die braunen Flecken von harmlosem Hautkrebs, den die Sonne durch die Spiegelung auf tropischen Meeren verursacht hat. Die Flecken bedeckten ein gut Teil seines Gesichtes, und seine Hände zeigten die tief eingekerbten Spuren vom Handhaben schwerer Fische an den Leinen." Auch in puncto Stil kehrt Hemingway zu jenen meisterhaften Schnappschüssen von Wahrnehmung zurück, durch die er schon früh berühmt wurde: "Gerade bevor es dunkel wurde, als sie an einer großen Insel von Sargassotang vorbeikamen, die in der leicht bewegten See auf und ab wogte, als ob der Ozean unter jener gelben Decke mit etwas sein Liebesspiel triebe, biß eine Makrele an der kleinen Schnur an. Er sah sie zuerst, als sie, im letzten Sonnenlicht ganz golden, in die Luft sprang und sich in der Luft bog und heftig um sich schlug."
Hätte ein jüngerer Hemingway diesen Kurzroman geschrieben, hätte Santiago den riesigen Fisch wahrscheinlich ins Wasser zurückgeworfen und für ein triumphierendes Foto posiert, so wie der Autor dies um 1935 genüßlich zu tun pflegte. Stattdessen wird Santiagos Trophäe von einem Schwarm Haie verschlungen. Der Protagonist kehrt daraufhin mit kaum mehr als dem Skelett zurück, legt sich schlafen und zementiert in der letzten Zeile des Buches die Identifizierung mit seinem Schöpfer mit den Worten: "Der alte Mann schlief und träumte von den Löwen." Vielleicht verbirgt sich hinter diesem Satz ja eine Art Allegorie von Kunst und Erfahrung, zumindest aber war The Old Man and the Sea der letzte große Fischzug in Hemingways Karriere. --James Marcus -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
"The brown blotches of the benevolent skin cancer the sun brings from its reflection on the tropic sea were on his cheeks. The blotches ran well down the sides of his face and his hands had the deep-creased scars from handling heavy fish on the cords."Hemingway's style, too, reverts to those superb snapshots of perception that won him his initial fame:
Just before it was dark, as they passed a great island of Sargasso weed that heaved and swung in the light sea as though the ocean were making love with something under a yellow blanket, his small line was taken by a dolphin. He saw it first when it jumped in the air, true gold in the last of the sun and bending and flapping wildly in the air.If a younger Hemingway had written this novella, Santiago most likely would have towed the enormous fish back to port and posed for a triumphal photograph--just as the author delighted in doing, circa 1935. Instead his prize gets devoured by a school of sharks. Returning with little more than a skeleton, he takes to his bed and, in the very last line, cements his identification with his creator:
"The old man was dreaming about the lions."Perhaps there's some allegory of art and experience floating around in there somewhere--but The Old Man and the Sea was, in any case, the last great catch of Hemingway's career. --James Marcus -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .
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Die englische Original-Version ist empfehlenswerter als die deutsche Übersetzung, und demjenigen, der ob der fremden Sprache etwas Sorge hat, sei gesagt: Hemingways im Vergleich zu vielen anderen Autoren recht einfach (aber dafür um so mitreißender) gehaltene Sprache ist auch für den Nicht-Muttersprachler durchaus zu verstehen. Und zu genießen.
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