Der kubanische Fischer Santiago hat seit 84 Tagen keinen Fisch mehr gefangen. Sein Schützling Manolin möchte ihn am 85. Tag begleiten, doch Santiago sticht letztendlich alleine in See. Er kämpft drei Tage lang mit einem gewaltigen Marlin, tötet ihn und tritt völlig ausgelaugt und sogar selbst verletzt den Heimweg an. Haie kreuzen seinen Weg daraufhin und verspeisen den Marlin, von dem am Ende nur sein Skelett übrig bleibt. Völlig aufgelöst und hoffnungslos kehrt Santiago zu Manolin zurück und verspricht ihm eines Tages wieder mit ihm zusammen auf Fischfang zu gehen...
Hemingway behandelt hier den Konflikt zwischen Mensch und Natur, der schon seit Urzeiten Bestand hat. Das Besondere an dieser Novelle ist, dass die Figur Santiago als eigentlich grober, professioneller Fischer beginnt, für den Fisch Mitleid zu empfinden und ihn gar "Bruder" zu nennen. Hemingway setzt die "Stream-of-Consciousness-Technik" ein, indem er innere Monologe der Figur Santiago einbaut. Desweiteren benutzt er den sogenannten "Flashback", indem er Momente der Vergangenheit mit in die Erzählung spinnt. "Slow action" und "Fast action" sind auch Dinge, die er hier benutzt, um einmal Momente des Kampfes verlangsamt darzustellen und Momente, in denen nicht viel passiert, zu verkürzen und so z.B. den Zeitraum von drei Stunden verkürzt als schnelle Aktion darzustellen. Dieses Werk ist zutiefst berührend, vermutlich aufgrund der kreierten Atmosphäre auf dem Meer, die sich zu einem aufbrausenden Kampf entpuppt und die eigentliche Ruhe und Einsamkeit durchbricht. Die vorhandene Reclam-Ausgabe auf Englisch ist leicht zu lesen, fremde Begriffe werden jeweils unten auf der gleichen Seite auf Deutsch übersetzt und somit gibt es keine Probleme für das Textverständnis. Sehr empfehlenswerte, tief (er-)greifende Lektüre eines fantastischen Autors, der wusste wie man Landschaften liebevoll beschreiben kann.
Dieser Text wurde von einer 18-jährigen verfasst.