dieses album ist ein meilenstein und ein klassiker, es definiert das genre heavy metal. dennoch: wenn ich es aus heutiger sicht, ohne klassikerbonus, betrachte, kann ich "nur" vier sterne vergeben.
die songstrecke "children of the damned"-"prisoner"-"22 acacia avenue"-"number of the beast"-"run to the hills" gehört zu den stärksten, die es jemals im rock zu hören gab. nimmt man noch das großartige "hallowed be thy name" dazu, haben wir hier sechs metal-schlager für die ewigkeit.
mit dem neuen sänger bruce dickinson, den ich weit, weit besser finde als den schreihals dianno, definierte die band damals einen stil: heavy metal als naher verwandter der oper: hochdramatisch, mit großen gesten hantierend, heldentenorgesang von bruce. und, was oft übersehen wird: clevere, kraftvolle texte über spannende themen (der titelsong versetzt sich in den kopf von johannes dem apokalyptiker, "hallowed" skizziert die gedanken eines zum tod verurteilten kurz vor der hinrichtung, "run" nimmt die perspektive der us-ureinwohner ein ...)
leider gibt es auf dem album auch drei wesentlich schwächere titel: "gangland" macht schön dampf, führt aber letztlich nirgendwo hin und bricht unter seiner eigenen wucht zusammen. "total eclipse" bläht sich auf wie ein großes maiden-epos, hat aber keine interessante melodie und fällt in sich zusammen wie ein mislungener kuchen. "invaders" als opener verstehe ich einfach nicht: der refrain klingt etwa so angenehm wie ein zahnarztbohrer - eine unfassbar nervende melodie.
der sound der band ist noch auf halbem weg von den punk-orientierten stücken der dianno-ära richtung prog-beeinflusstem metal. vieles klingt hier noch eckig, halbfertig - aber dafür stürmisch, jugedlich, charmant unfrisiert.
fazit: ein tolles album, dem noch bessere folgen sollten.