Der imponierende Erstling "Industrial Silence" hat den Schweden nicht nur einen ersten Platz in den heimischen Charts beschert, sondern ihnen auch die Türen im restlichen Europa geöffnet. Es ist MADRUGADA gelungen, ganz eindeutig nach Nick Cave, The Doors und vielleicht auch The Brandos zu klingen und dabei doch gleichzeitig eine einnehmende Selbständigkeit zu bewahren - so viele Newcomer neben ihnen bleiben nur an dem Vergleich kleben, ohne sich von der Stelle zu bewegen. Beim ersten Hören kommt dieses zweite Werk, verglichen mit dem weitestgehend sehr energischen Vorgänger, äußerst gemächlich, ja geradezu langweilig daher. Erst im Laufe weiteren Abspielens gibt diese CD ihren verborgenen Charme frei - und die Erfahrung lehrt, daß der Hörer gerade von solchen viel länger zehren kann, als von eingängigen Ohrwürmern. Die 12 Stücke sind länger geworden und ruhiger - aber keineswegs chartorientierter, wie vielleicht manch einer nach ihrem überraschenden Erfolg befürchtet haben mag. MADRUGADA haben mit "The Nightly Disease" Songs für traurige Herbstabende und einsame Winterspaziergänge geschrieben. Niemand sollte sie beim Abwaschen oder Staubsaugen hören!