Don`t worry - play Mozart, steht schwungvoll auf der CD Hülle.The Mozart Sessions. Im Inneren des Booklets wird die freundliche und gelöste Ausstrahlung der beiden Interpreten Chick Corea und Bobby Mc Ferrin durch ein schwarz weiß Photo von David Katzenstein wiedergegeben. Tja, an einem solchen Flügel würde ich auch gerne mein Mozart Studium wieder aufnehmen und versuchen,den pulsierenden Lebensnerv der klassischen Musik mit dem des Jazz zu verknüpfen. Auf dieser Cd treffen sich zwei Welten, die scheinbar nicht zu verbinden sind, denn Klassiker und Jazzer unternehmen doch eher den Versuch sich abzugrenzen,als den Weg der Annäherung. Gerade diese versuchte und für meinen Geschmack gelungene Fusion von Klassik und Jazz finde ich reizvoll. Zum einen liebe ich die Ausdruckskraft und die Spielfreude der beiden Interpreten, Chick Corea und Bobby Mc Ferrin. Zum anderen besticht das Saint Paul Chamber Orchestra durch sein brilliantes Zusammenspiel. Es beeindruckt mich, dass beide Seiten sich auf dieses Experiment eingelassen haben. Nicht nur die Klassiker hatten in diesem Falle Vorbehalte, Bobby Mc Ferrin hatte wohl die größte Mühe, Chick Corea von diesem Projekt zu überzeugen. Dazu haben sie sich dann aber auch einen Vollblutmusiker der Klassik ausgesucht. Ich stelle mir vor, dass wenn Mozart in der Jetztzeit leben würde, er bestimmt der Spielfreude von Chick Corea und Bobby Mc Ferrin in nichts nachstehen würde.
Für mich erleben diese bereits häufig gehörten und viel geliebten Themen der beiden Klavierkonzerte K. 488 und K. 466 Mozarts eine nie gehörte Lebendigkeit. Das gesungene Prelude , dass es so ja noch nie vorher gab, aber die musikalische Inspiration noch beflügeln soll, berührt in seiner schlichten, aber sagenhaft schönen, anmutigen Stimmung. Doch beim Hören der Cd bleibt keine Zeit in trüben Gedanken zu verweilen. Ich sehe förmlich, wie der Meister, W.A.Mozart, mit einer Kutsche zu einem seiner Konzerte eilt. Aus dem prallen Leben heraus quicklebendige, perlende Klänge des Flügels und des Orchesters im Wechsel mit melancholischen Passagen, die zum Verweilen einladen. Die eigenwillige Ausspielung der Kadenzen durch den Pianisten schlägt die Brücke in die heutige Zeit.
Besonders berührt mich die Improvisation zu Mozarts Sonate in F-Dur. Da ist Chick Corea dann auch in seinen für ihn typischen Voicings erkennbar.
Die Aussicht, einen echten Steinwayflügel zu gewinnen hat mich natürlich ebenso beflügelt, wie die Musik, denn diese CD ist wirklich mein Klassiker und gibt das prickelnde Lebensgefühl zwischen Klassik und Jazz für mich genau wieder. Brillianz gekoppelt mit Leichtigkeit und Spielreude.
Also, don`t worry, be happy oder don`t worry - win a Steinway. Dabei wäre letzteres mir sehr lieb, wenn aber nicht muß ich auf meinem Kawai Klavier weiter nach dem Motto "Don`t worry - be happy, don`t worry - be jazz!" spielen.
Mit freundlichen Grüßen
Beate Theißen