Eine junge Elfenwaldläuferin namens Glissa, die ausser ihrer Jagd bisher keine anderen Interessen hatte, wird plötzlich in Ereignisse verstrickt, die sie nicht versteht, und mit denen sie nichts zu tun haben will. Doch dann wird ihre gesamte Familie von einer fremden Macht brutal ausgelöscht, und Glissa begibt sich, eher unfreiwillig, auf eine abenteuerliche Suche nach ihrem unbekannten Feind, die sie in die entferntesten Ecken ihrer Welt (und auch noch weiter) führen wird. Und was haben diese plötzlichen und immer häufiger auftretenden Visionen mit der ganzen Sache zu tun?
Besonders faszinierend an dieser Geschichte ist die Tatsache, dass sie auf Mirrodin spielt, einer von einem Weltenwanderer (= unglaublich mächtiger Magier) künstlich geschaffenen Welt, die vollständig aus Metall besteht. Daher gelten hier auch andere Regeln als wir sie kennen, denn selbst die Lebewesen (auch Glissa) bestehen zu gewissen Teilen aus Kupfer, Messing, Eisen oder ähnlichen Materialien. Meere aus Quecksilber, Berge aus rostrotem Stahl, weite Ebenen aus polierten Sechseckplatten mit rasiermesserscharfen Grashalmen und andere Wunder erwarten die Elfe und auch den Leser auf ihrer fantastischen Reise.
Ansonsten lässt sich das Buch recht flüssig durchlesen, denn die Story wird stetig weitergesponnen, jedoch ohne dabei hektisch zu wirken. Sie wird fast ausschliesslich aus Glissas Blickwinkel erzählt und kommt deswegen etwas geradlinig daher, was aber kein Problem darstellt, da die Elfe mit der Zeit auf weitere, originelle Reisegefährten trifft und ausserdem nie Langeweile aufkommt.
Insgesamt gesehen hat Will McDermott mit "Moons of Mirrodin" einen guten und stimmigen Fantasyroman geschrieben, der einfach schön zu lesen ist, auch wenn man mit dem Sammelkartenspiel "Magic - The Gathering" sonst nichts am Hut hat. Im Vergleich zu den Romanen der letzten Editionen, mit ihren vielen Protagonisten, Handlungssträngen, Intrigen und Verwicklungen ist dieses Buch zwar eher einfach gehalten, bietet dafür aber eine erfrischend neue Welt und unverbrauchte Charaktere.
Die beiden Folgeromane der Triologie heissen übrigens "The Darksteel Eye" und "The Fifth Dawn", wurden allerdings von anderen Autoren geschrieben.