Die vier Sterne sind gewissermaßen ein Kompromiss.
Zum einen hebt sich TMoS durch eine außergewöhnlich intelligente und sozialkritische Story ab. Das Spiel regt zu Diskussionen über Spionage, den Überwachungsstaat und Sicherheitsdenken an. Die Bilder sind eindrucksvoll, die Animationen fügen sich nahtlos in das Spiel ein. Peter Wright, der im Jahr 2044 seine Familie durch einen mysteriösen Flugzeuabsturz verloren hat und sich in den Alkohol rettet, wird perfekt von Manfred Lehmann gesprochen, der u.a. auch Bruce Willis vertont. Der Soundtrack ist exklusiv und erzeugt eine tolle Atmosphäre. Das Spiel ist fast wie ein Film.
Und das ist zugleich der Schwachpunkt. Wer Adventures der alten Schule mag, wird hier nicht viel anfassen, kombinieren oder anwenden können. Die Lösungen sind entweder spielend einfach oder unlogisch und dadurch sehr kniffelig. Sehr viele praktische Handlungen sind einfach an den Haaren herbeigezogen. Bsp: Vor einem verschlossenen Laden stehen, mit einer Angel das Türschild durch den Briefschlitz vom Boden aufheben, die Telefonnr. davon ablesen, anrufen und hereingelassen werden... au weia.
Viele schöne Szenerien sind lediglich dazu da, schnell wieder in die nächste zu entfliehen. Dadurch entstehen auch die langen Laufwege.
Als Adventure hätte ich 2, als Game-Movie 5 Punkte vergeben. 4 Punkte einfach deswegen, weil es so erfrischend anders ist und schöne Momente erzeugt. Warum es überhaupt "The Moment of Silence" heißt, erfuhr ich erst in der Schluss-Sequenz. Der Titel passt hervorragend.