INTRO
Diesmal rufen WEEN den Weichtieralarm aus. Nach "12 Golden Country Greats" ist eine muntere Mixtur angesagt, die allerdings glatt als Zusammenstellung interpretierter Traditionals durchgehen könnte. "I'm Dancing In The Show Tonight" mutet wie ein Kinderlied an, dann gibt es die "Polka Dot Tail", mit "The Blarney Stone" eine Seemannsballade, während "Waving My Dick In The Wind" wie ein Country-Knaller auf 45 wirkt, alle angereichert durch reichlich schräge Sounds. Und genau dort liegt auch die Crux: mit dem Hang zur Vereinfachung, strukturell und harmonisch gesehen, begeben sie sich auf einen schmalen Grat, der ausladende Charakter beruht wieder auf den inflationär verwendeten durchgeknallten Sounds, die meistens zu aufgesetzt wirken und (außer bei "Pink Eye", mit Grunzen und Hundegebell) sich selten zu etwas Untrennbarem verbinden, eine Eigendynamik entwickeln und zu Hits für die Ewigkeit werden wie "Baby Bitch", "A Tear For Eddie" oder "Push The Little Daisies", mal abgesehen vielleicht noch von "Buckingham Green". Allein aufgrund der textlichen Komponente (etwa "I'm Waving My Dick In The Wind") ist das zwar nach wie vor für manchen Lacher gut, aber ein Witz wird dadurch nicht unbedingt spaßiger, daß man ihn fünfmal erzählt.
Joachim Henn / © Intro - Musik & so
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Audio
Das Zweimann-Boot aus New Yersey stach bereits 1984 in die aufgewühlte Psychedelic-Pop-See. 1990 warfen Ween ihre erste wavige Fracht an Land. Die nunmehr vierte Elektro-Sound-Ladung ist mit bunten Mitbringseln aus zahlreichen Musik-Häfen bestückt: Schunkelnde Seemanns-Grüße und balladeske Liebeserinnerungen geheimnisvollen Synthie-Tauchgängen und Elektro-Wave im 80er Stil. Abgefahrene Rhythmus-Wellengänge bestimmen den Kurs - ran und nichts wie entern! ** Klang.: 03-04
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Stereoplay
Und wieder geht der Wahnsinn von vorne los - wie immer, wenn Mickey Melchiondo und Aaron Freeman alias Dean & Gene Ween in ihre Trickkiste greifen. Dort wühlen sie in dem Fundus von über 1000 (!) Songs, die sie auf ihrer Farm in New Hope, Pennsylvania schrieben. Die verrücktesten schaffen es dann auf ihre nächste Platte. Die heißt diesmal "The Moolusk" und vereint Polka, Shanty, Metal-Rock und süße Balladen. So entsteht aus Altem Neues, aus verstaubter Musik Ween-Sinn. ** M: 6-8
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