In der Tat recht ungewöhnlich was hier aus den Boxen schallt. Wer den klassischen Beastie Boys-Sound erwartet, wird überrascht sein. Denn keinen Rap/Hip-Hop bekommt man auf "The Mix-Up" geboten, sondern komplett instrumental eingespielten Chillout-Jazz-Funk. Die Musiker sind hier tatsächlich die Beastie Boys, die ihre Klasse nicht mehr länger nur als Rapper sondern nun auch hinter den Instrumenten beweisen.
Zur Musik: Wer (primär die alten) Stücke der Beastie Boys kennt, der kann sich in etwa vorstellen was ihn auf The Mix-Up erwartet, nämlich ein Mix aus Jazz und Funk. Wummernde Basslinien treffen auf entspannte Gitaren. An dieser Stelle sei zum Beispiel das Album Ill Comunication als musikalischer Vergleich angebracht. Denn dort finden sich ähnliche Beats und instrumentalstücke (z.B Sabrosa oder Transitions)
Das Album an sich bietet wenig besondere Höhepunkte, die Tracks bewegen sich qualitativ alle auf ungefähr dem selben Level. Sie eignen sich aber mehr als Hintergrundmusik, auch weil eben jeglicher Gasang fehlt. Darüber hinaus fallen bei genauerem hinhören leichte Mängel in der Führung der Instrumente auf, so sind die Drums manchmal etwas schwerfällig oder der Bass wird ein wenig merkwürdig gespielt(The Rat Cage), ansonsten überzeugt das Album aber durch den extremen, fast tanzbaren Groove der sich durch alle stücke zieht und einen fast stetig mit dem Kopf nicken lässt. Auch bieten sich hier tolle Melodien die einem fast schauer über den Rücken jagen (Off the Grid).
Fazit: Wer die alten Beats der Beasties mochte, der kann sich dieses Album getrost zulegen. Er erhält ein gutes grooviges Jazz/Funk Album, das man prima nebenbei laufen lassen kann. Leider bietet es wenig Höhepunkte oder Abwechslung, deswegen sollten Andere zunächst mal ein Ohr riskieren. Zu "The Rat Cage" und "Off the Grid" gibts Videos im Internet, mit denen man sich prima einen Eindruck von der Musik verschaffen kann.
Bei mir läuft die Platte den ganzen Tag rauf und runter,und passt prima zum Sommerwetter.
Anspieltipps: Off the Grid, Electric Worm, The Melee