Es sei eine Schande, dass Morricone den Oscar für "The Mission" nicht bekommen hat, sagen solche Größen wir Zimmer und E. Bernstein. Sicherlich sind sie nicht die Einzigen. Der gewaltige Output des italienischen Maestros birgt so manchen Musikschrott und fast unverschämte Selbstwiederholungen (man darf davon ausgehen, dass 70 % aller Morricone-Scores entbehrlich sind). "The Mission" jedoch hat den Hang zum Meisterwerk. Das Hauptmotiv aus dem Film ist grandios. "On Earth as it is in Heaven" mit den treibenden Rhythmen im Hintergrund, dem gemischten Chor (der immer wieder eine Rolle spielen wird auch bei späteren Cues, aber nicht im Mittelpunkt steht, dann kommen noch Kinderstimmen dazu) ist im Grunde schon ein Klassiker - zumindest in der Filmmusikwelt. "Falls" ist das Stück, das man im Film zuerst hört (kurz bevor Jeremy Irons die Felswand hoch steigen will)- hier hören wir erstmals das bereits erwähnte Motiv, das in "Climb" wieder aufgegriffen wird (leider kann ich es schriftlich nicht vorsingen). Im letzten Drittel fällt die Musik ein wenig ab (aber nur ein wenig). Das letzte Stück, kurz und ungewöhnlich, ist wohl einer der besten Abschlüsse für einen Score auf CD. Eine helle, mit den Höhen kämpfende Kinderstimme, singt das Motiv ein letztes Mal. Möglicherweise der beste Morricone-Score (aber um das mit Überzeugung zu sagen, müsste ich sehr viel mehr von ihm kennen).