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Moviemans Kommentar zur DVD: Technisch ein Hochgenuß. Das Bild ist von überragender Schärfe und Klarheit, der Sound ist feinsinnig und kraftvoll zugleich.
Bild: Fantastische Bildwerte. Das Bild ist stabil (00.08.40, Schwenk in dunkler Hütte) und entfaltet eine ausgezeichnete Detailtiefe, die sich in Totalen genauso offenbart (01.10.00, Totale, Reiter in Schlucht), wie in Nahaufnahmen, die etwa bei Gesichtern sehr fein die jeweiligen Hautbilder der Darsteller zeigen. Minimales Rauschen, höchste Kontrastwerte und natürliche Farben: Begeisternd.
Ton: Ein auffallend detailiertes Soundbild, das mit einer handfesten und gleichzeitig feinsinnigen Direktionalität arbeitet, die sehr authentisch klingt (00.11.50, Schritte in Hütte). Die Natur-Szenen sind wunderbar gezeichnet, man beachte etwa den leise hämmernden Specht im Hintergrund bei 00.25.08. Auch die Musik wird mit hervorragender Dynamik und Transparenz ausgebreitet (00.24.30). Fabelhaft.
Extras: Das witzigste Extra seit langem sind die Ron-Howard-Super-8-Filmchen, die den etwa Acht-Jährigen in blutrünstigen Miniwestern zeigen. Aber: Wo ist der Trailer? --movieman.de
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Blickpunkt: Film
Das Drehbuch wurde von Ken Kaufman ('Muppets in Space', 'Space Cowboys') nach dem Roman 'The Last Ride' adaptiert. Angesiedelt im Jahr 1885, wird die Heldin Maggie Gilkeson (Blanchett) als christliche Heilerin eingeführt, die mit zwei Töchter und ihrem Freund Brake (Aaron Eckhart) auf einer Farm lebt. Unvermutet erscheint eines Tages ein vermeintlicher alter Indianer an ihrer Türschwelle, der sich als ihr Vater Samuel Jones (Jones) entpuppt. Verbittert verweigert sie ihre Gastfreundschaft, da er sie und ihre Mutter vor vielen Jahren verlassen hatte, um unter Indianern zu leben. Doch dann wird die ältere Tochter Lily (Rachel Evans Wood aus 'Dreizehn') von einer mordlustigen Bande von Indianern und Weißen entführt, die zuvor Brake und dessen Helfer grausam abgemetzelt haben. Da der örtliche Sheriff und die Kavalarie (Cameo-Auftritt: Val Kilmer) sich weigern, Maggie bei der Suche behilflich zu sein, muss sie sich notgedrungen an ihren im Spurenlesen beflissenen Vater wenden. Gemeinsam mit der kleinen Tochter (Jenny Boyd überzeugt als frühreifer Dickkopf) im Schlepptau folgen sie der Bande, die von einem extrem hässlichen Hexer (Eric Schweig aus 'Der letzte Mohikaner') angeführt wird. Sie befinden sich auf dem Weg nach Mexiko, um Lily und eine Reihe weiterer junger Mädchen in die Prostitution zu verkaufen. Die Zeit drängt, sie vor der Grenzüberquerung einzuholen.
Wie in seinem thematisch nicht ganz unähnlichen Kidnapping-Thriller 'Kopfgeld - Ransom' trifft Howard in diesem als düsterem Mystery-Schocker überaus brauchbaren filmischen Kraftakt die nicht ganz nachvollziehbare Entscheidung, die Bösewichte immer wieder in all ihrer Abscheulichkeit bei ihren Taten vorzuführen, anstatt deren Auswirkung für sich sprechen zu lassen. So ist die Szene zu Beginn, in der Maggie ihren toten Freund zerstückelt eingerollt in ein Tierfell von einem Baum hängend findet, ein mehr als effektiver Tritt in die Magengrube und wesentlich verstörender als alle folgenden Schandtaten und Zaubereien des Hexers. Dessen Hokuspokus macht zwar im Kontext des Zusammenpralls verschiedener Kulturen und Glaubensvorstellungen Sinn, der in der Figur des hin- und hergerissenen Jones kulminiert, strapaziert aber auch die Glaubwürdigkeit der ansonsten exzellenten Geschichte. Weitere Versatzstücke des übernatürlichem Thrillers umfassen eine doppelkulturelle Exorzismuseinlage und eine psychedelische Episode, in der Vater Jones dem Tode nahe einem Habicht - Sinnbild für sein baldiges Sterben - begegnet. Perfekt baut Howard in das Handlungsgerüst noch ein bewegendes Familiendrama ein, das den beiden Hauptdarstellern Gelegenheit gibt, emotionale Schwerstarbeit zu leisten, ohne dabei jemals angestrengt zu wirken. Gefilmt wurde vor Ort in New Mexico, womit pittoresken Panorama-Aufnahmen Vorschub geleistet wird, die passend von James Horners ('Titanic') behäbigen Score untermalt werden. Ein nicht ganz runder Western also, der absolut perfekt und auf den Punkt beginnt, um dann in einer Flut von Nebenhandlungen und Figuren ein wenig vom Weg abzukommen. Seine Wucht und Dringlichkeit verliert 'The Missing' dennoch nie. Dafür sorgen Regisseur und Darsteller, die immer sehenswert sind. ara.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Kurzbeschreibung
Doch wie sich herausstellt, ist seine Frau schon lange tot und seine inzwischen erwachsene Tochter Maggie hat weder Vergebung noch Zuneigung für ihn übrig. Als Maggies Tochter Lilly von einer brutalen Bande verschleppt wird, ist sie auf die Hilfe ihres entfremdeten Vaters angewiesen. In einem Wettlauf gegen die Zeit verfolgen sie gemeinsam die Spur der Entführer, die auf dem Weg zur mexikanischen Grenze sind und mit Lilly für immer zu verschwinden drohen...