Hier rezensiert jemand die "Metal Opera", der erst kürzlich davon erfahren hat, dass es sie überhaupt gibt und der sich schämt, von diesem bahnbrechenden Kultprojekt vorher nie etwas gehört zu haben, obwohl er sich für einen Musikliebhaber hielt. Vielleicht lag es daran, dass Metal-Lärm sonst nicht zu meinen großen Präferenzen zählt. Es bedurfte erst eines Tipps von einem gewissen Matti, dem ich an dieser Stelle herzlich danke, denn ohne ihn hätte Avantasia womöglich noch ein weiteres Dutzend Jahre nie meinen Lebensweg gekreuzt, und was für ein Versäumnis wäre das gewesen!
So viele überwältigt gekeuchte WOW!'s wie hier kamen mir selten beim ersten und zweiten Anhören aus dem Mund. Wann immer ein Refrain kommt, wird's gigantisch, egal ob nun Tobias Sammet, Michael Kiske von Helloween, David Defeis, Ralf Zdiarstek, Rob Rock, Oliver Hartmann, André Matos, Kai Hansen, Timo Tolkki oder Bob Catley singen. Vor allem gegen Ende des 2.Teils überrollen den hilflosen Hörer die Hochkaräter.
Die Handlung hat sich mir noch nicht offenbart, aber beim dritten Anhören werde ich mir das 24-seitige Booklet mit Synopsis der Oper, allen Lyrics, einem Interview und zahlreichen Fotos des Genies, der für diesen Meilenstein der Hardrockszene verantwortlich zeichnet (Tobias Sammet) näher anschauen.
Die 2 CDs der Gold-Edition blinken wirklich goldfarben auf beiden Seiten und das Outfit lässt auf den ersten Blick vermuten, das Ganze sei eine Fantasy-Saga fürs Bücherregal. Ist aber hochmelodische, emotionsgeladene Metal-Musik fürs CD-Regal.
Jede Wertung unter 5 Sternen wäre lächerlich.