Der Thriller von Tess Gerritsen bedient sich der beliebten Hauptcharaktere Jane Rizzoli und Maura Isles, die kaum ihrem letzten Abenteuer entkommen, sowohl privat, als auch beruflich neue Untiefen ausloten müssen.
Zum Beginn der Geschichte treibt das wie gewohnt fast abweisend düster, und kühl präsentierte Boston der Autorin, die Protagonistin Dr, Isles, am frostklirrenden Heiligabend in die Mitternachtsmesse der nahen Kirche.
Während sie dort, wo sie nicht wie die anderen die Gemeinschaft der Gläubigen oder göttliche Anleitung sucht, sondern dem inneren Kampf ihrer unerfüllten Gefühle für ihren Freund Pater Brophy begegnen muss, trifft Detective Jane Rizzoli am Tatort eines grausamen Ritualmordes ein.
Atmosphärische Dichte zieht der der Thriller vor allem zu Beginn durch die mit Worten scharf umrissenen Bilder, die auf den Leser losgelassen werden. Szenen die sich hier einprägen sind die erdrückende Darstellung der abweisenden Kälte der Nacht, die Versammlung der Gläubigen am Heiligabend in der Kirche, und die blutüberströmten und mit fremdartigen Symbolen gekennzeichneten Tatorte.
Sowohl Rizzoli als auch Dr. Isles nehmen die Fährte eines Mörders auf, dessen Taten und Motive sie in den morastigen Grenzbereich zwischen Mythos und Realität treiben, und in dem Sie mit den Fragen konfrontiert werden warum Menschen böses tun, und ob das Böse an sich vielleicht still und unerkannt mitten unter uns existiert.
Der Thriller folgt in seinen Grundzügen der eigentlich schon typischen Medizinthriller Formel um grausame Mordserien und gerichtsmedizinische Ermittlungen, die auch die Vorgänger- (und auch Konkurrenz-) Romane zu einem packenden Leseerlebnis machen.
Neben den weiteren Grundzutaten, den üblichen, und auch hier wieder glaubwürdig und interessant erzählten privaten Hürden der Hauptfiguren, spielt im Mephisto Club das Dämonische eine tragende Rolle.
Die Frage nach dem Bösen, sowohl in Religion und Mythos, als auch im täglichen Leben, treibt die Geschichte an.
Der Thriller beginnt stark, bleibt letztendlich auch durchweg packend, stolpert dann aber über den Grenzbereich der ihn eigentlich von anderen Kriminalgeschichten unterscheiden soll.
Leider wirkt mir der internationale Club der Dämonenjäger, der sich nahezu allmächtig und weltumspannend als parapsychologische CIA präsentiert, letztendlich etwas zu wirr und unglaubwürdig.
Das Finale des Romans bemüht sich dann um eine greifbarere Lösung, wirkt dabei aber in sich selbst unentschlossen.
Letztendlich nur 4 von 5 möglichen Sternen.