Es gibt hochgeheime Projekte beim Militär, wo Nahkampf-Spezialisten (erfolgreich) üben, Ziegen so lange anzustarren, bis sie tot umfallen. Das glauben Sie nicht? Doch, doch. Jon Ronson wird es Ihnen haarklein erzählen, und dabei noch einen ganzen Sack anderer Geschichten aufmachen, die nicht minder obskur sind: Von hochrangigen Militärs, die (vergeblich) versuchen, durch die Wand zu gehen, oder von einem Folter-Spezialisten, dem von seinen eigenen Kollegen LSD verabreicht wird, um zu überprüfen, ob man sich weiterhin auf sein Stillschweigen verlassen kann (konnte man nicht), und der daraufhin aus einem Fenster im 10. Stock geworfen wird (tödlich). Nebenbei erfährt man in diesem Buch auch von hochgeheimen Plänen gewisser US-Militärstrategen, andere Völker zu unterwerfen, indem man ihnen tagelang dasselbe Lied aus der Sesamstraße brüllend laut vorspielt; von Predator genannten, handlichen Multi-Werkzeugen, die man beispielsweise auf dem Boden liegenden Verdächtigen ins Ohr stecken kann, um sie zum schnellen Aufstehen zu motivieren oder ihnen, in einer anderen Anwendung des Predators, ein Auge herauszuhebeln, weil sich dadurch eine relativ abschreckende Wirkung für die Umstehenden ergibt. Wir erfahren außerdem von militärischen Remote-Viewing Spezialisten, die mit unglaublicher Treffsicherheit ihren Geist an entlegene Orte versetzen können und die von dort Unglaubliches berichten etwa über die Probleme der unterirdisch lebenden Marsbevölkerung, von der ein Großteil liebend gerne auf die Erde einwandern würde, wenn nur die hier lebenden Eingeborenen nicht so aggressiv wären.
Der hintergründige Schreibstil Jon Ronsons macht dieses Buch zu einem erstklassigen Lesevergnügen, und wenn seine Geschichten aus den Geheimlabors unseres merkwürdigen Planeten nicht gleichzeitig zum Schreien komisch wären, dann würde man nach dem Lesen am liebsten bei den Marsianern anfragen, ob sie nicht ein friedliches Plätzchen in einer ihrer Höhlen frei haben.