Diese Übersetzung von Johanna Ellsworth ist für mich die gelungenste Übertragung des amerikansichen Originals von Charles F. Haanel ins Deutsche und löst damit meine bisherige "Lieblingsübersetzung" von Wulfram von Rohr (Knaur-Ausgabe) ab, einfach deswegen, weil Frau Ellsworth ein erstklassiges Sprachgefühl besitzt und somit Haanels sicherlich oftmals schwer zu knackende Wortfestungen dem interessierten Leser öffnet und spielerisch leicht verständlich machen kann.
Ist für mich aber kein Wunder wenn ich mir ihre Homepage anschaue. Sowohl ihre Ausbildung als auch ihre Referenzen sprechen für sich, und das ist es, was mir als jemand, der an den meisten Übersetzungen des MKS verzweifelt ist, so gut tut.
Bei den anderen Ausgaben bin ich entweder aufgrund der Unfähigkeit ("Originalübersetzung" für 39 Euro, bei der mir immer klarer wird, dass es hier darum ging, dieses Werk, welches ja als Referenz im Millionenfach verkauften "The secret" angegeben wird, blitzschnell ins Deutsche zu übersetzen, um ne ordentliche Menge Kohle einzufahren), der Überheblichkeit (die Rabaka-Übersetzung, die wahrscheinlich deswegen so euphorisch bewertet wird, weil die meisten der Rezensenten wohl zum Personenkreis derjenigen gehören, für die so ein Werk nur dann "authentisch" übertragen ist, wenn man an jedem zweiten Satz aufgrund dessen Schwurbeligkeit verzweifelt) oder der Nachlässigkeit (Goldmann-Verlag) der Übersetzer fast wahnsinnig geworden, weil sich manche Passagen so holperig lesen, dass einem der Atem stockt und die Lust am lesen vergeht.
Erst durch die Knaur-Ausgabe von Herrn von Rohr konnte ich wirklich verstehen, was Haanel eigentlich zu sagen hat. Mit dieser Ausgabe aus dem Verlag Nikol (von dem ich vorher noch nie gehört hatte) bin ich aber beim lesen tatsächlich noch stärker inspiriert worden und konnte vor allem Dingen die Gesamtzusammenhänge noch besser in mir aufnehmen. Zumal hier so stark wie in keiner anderen Ausgabe meine Intuition angesprochen wird, und das ist es doch, was das entscheidende an diesem Werk ist:
Durch den Verstand wird man es niemals vollständig erfassen können. Erst das völlige Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, dass Wissen um die Richtigkeit des eigenen Handelns (unter Berücksichtigung des Schutzes der Persönlichkeit anderer, denn da wir alle miteinander verbunden sind wird jeder, der seinen Erfolg darauf aufbaut, andere auszunutzen, früher oder später das Ernten, was er sät)wird sich die Schönheit des Textes offenbaren.
Ich bin heute kein bedingungsloser Verfechter des MKS mehr, weil ich manche Sachen - wie das Verleugnen negativer Emotionen - aus meiner eigenen Erfahrung für nicht nur falsch, sondern sogar für langfristig gefährlich halte (das vermeintlich "Gute" und das vermeintlich "Schlechte" sollten sich immer die Hand reichen, nur durch diese Ying-Yang-mäßige Vereinigung kann meiner Erfahrung und der daraus resultierenden Erkenntnis wahre Selbstakzeptanz und (Selbst-)Liebe entstehen). Wenn man aber eben, und das ist wirklich wichtig, wie Haanel selber schreibt, die Vorstellungen anderer nicht einfach übernimmt und sie wiederholt wie ein Papagei (was ja schön einfach ist, weil man dann nicht selber nachdenken und verstehen muss, sondern ganz einfach einem "Führer" folgen kann, was äußerst bequem zu sein scheint, wenn man sich die schiere Masse derjeniegen ansieht, welche genau dies tun), sondern sich seine eigene, kritische Meinung bildet, kann dieses Werk dem geneigten Leser eine völlig neue Welt voller wunderbarer Schönheit bieten und zu einem Verständnis führen, welches jenseits all dessen liegt, was man bisher gekannt hat.
Ganz lieben Dank für diese Übersetzung, sie spricht mich sehr an und berührt mich tief in meinem Inneren. :-)