Aus der Amazon.de-Redaktion
Von einem Schnellschuss kann man bei The Massacre nicht gerade reden. 50 Cent hat sich nach seinem weltweit über die Maßen erfolgreichen Debüt Get Rich Or Die Tryin' immerhin zwei Jahre Zeit gelassen, einen ebenbürtigen Nachfolger fertig zu stellen. Das Warten hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn Curtis Jackson, so der bürgerliche Name von 50 Cent, erlaubt sich so gut wie keine Schwächen. Sicher, seinen Reimstil kann man nicht unbedingt als abwechslungsreich bezeichnen, doch gerade seine ebenso markante wie eindringliche Stimme ist das unverzichtbare Markenzeichen auch dieser Produktion. 50 Cent mag auch musikalisch nicht unbedingt der größte lebende HipHop-Innovator sein, doch so lange er sich mit den richtigen Leuten umgibt, in diesem Fall mal wieder der anscheinend notorisch unterbeschäftigte Dr. Dre, Kumpel Eminem sowie Scott Storch, C. Styles, Hi-Tek und Disco D, ist alles in bester Ordnung. 20 Stücke hat er für The Massacre eingespielt, und nur zwei, drei davon erreichen nicht den gewohnten Standard. Für ein HipHop-Album eine mehr als zufriedenstellende Quote. Und so lange 50 Cent mit Stücken wie "Disco Inferno" oder dem ungewöhnlich verhaltenen "I'm Supposed To Die Tonight" um die Ecke biegt, gibt es sowieso nicht viel auszusetzen. 50 Cent folgt konsequent seiner Linie. Es gibt für ihn ja auch keinen Grund, vor allem nicht nach dem überragenden Erfolg des Debüts, sich in irgendwelche unkalkulierbaren Abenteuer zu stürzen. Der Vorwurf, The Massacre ließe keine Weiterentwicklung zum ersten Album erkennen, geht deshalb weitgehend ins Leere. Der Rapper weiß sehr genau, was er seinen Fans schuldig ist und bedient diese Bedürfnisse mit bewundernswerter Konsequenz. Und so lange dabei wunderbar überdrehte Nummern wie "Position Of Power" oder "Outta Control", bei dem das Gespann Dr. Dre und Mike Elizondo ganze Arbeit leistet, herauskommen, ist alles in bester Ordnung. --Norbert Schiegl
kulturnews.de
Fürs Albumcover hat er die kugelsichere Weste ausgezogen. Und was sehen wir: einen Testosteron-triefenden, muskelbepackten Oberkörper. 50 Cent ist wieder da, zwei Jahre nach seinem erfolgreichen Debüt "Get rich or die trying". Und wer die Machisimo-Posen des Erstlings mochte, der wird sich auf "The Massacre" sofort heimisch fühlen. 50 Cent rappt über Autos, Waffen und Frauen (nicht unbedingt in dieser Reihenfolge), und sein Ego ist groß, größer - Fifty. So weit, so bekannt. Natürlich ist die Produktion State-of-the-Art, mit tollen clickety-clank-Beats von Dr. Dre und anderen Größen, natürlich sind nette Disco-Stampfer dabei. Das Problem aber ist der mehr als platte Rap-Stil des bösen Mannes. Im Ladies'-Song "Candy Shop" etwa entblödet er sich nicht, sein beste Stück mit der 1000-mal benutzen HipHop-Metapher candy stick zu bezeichnen. Eine Weiterentwicklung gegenüber dem Erstling gibt es nicht. Doch wer die fordert, hat nichts begriffen: Es geht nicht ja um Kunst. Selbst Lloyd Banks, Young Buck und The Game, die Kumpels von der G-Unit, sind nur zwecks Gewinnmaximierung da: "Banks' shit sells/buck's shit sells/game's shit sells/I'm rich as hell". Mo' money: Nur das zählt.(arm)
Das Label über die CD
Wie in keiner anderen Musik, abgesehen vom Blues, dreht sich im Hip Hop alles ums Storytelling. Diese Stories sind aber immer nur so fesselnd und überzeugend wie der Erzähler. 50 Cent ist so ein Erzähler. Einer, der es schafft, den Zuhörer bei jeder Silbe mit seinen Ohren an 50s Lippen kleben zu lassen. Bestens vertraut mit den rauen Sitten der Straße und mit einem Talent für süchtig machende Hooks, besitzt 50 Cent alles, was nötig ist, um auf den Highway des Erfolges zu gelangen. Wie es aussieht hat er es auch extrem eilig dort anzukommen. 50 legte mit seinem Debutalbum einen Kickstart der extra Klasse hin und verkaufte in der ersten Woche der Vö mehr Alben als alle Top-10-Acts zusammen. So gelangte er natürlich sofort auf #1 der US Billboard Charts während die erste Single "In Da Club" es sich es sich ebenfalls auf #1 gemütlich machte -- und das auch für einige Wochen in Deutschland. (Universal)
50ies Debutalbum verkaufte sich weltweit bisher über 6 Mio mal - seitdem feierte er Erfolge mit dem Album seiner G-Unit Crew, den einzelnen G-Unit Künstleralben von Lloyd Banks (#1 in US) und Young Buck (#2 in US) und ist mit dem G-Unit Modelabel und den G-Unit Sneakern von Reebok megaerfolgreich. (Universal)