The Marbles, das waren Trevor Gordon und Graham Bonnett. Das Duo ließ sich seine meisten Songs von den legendären Bee Gees schreiben und landete 1968 mit "Only One Woman" einen Riesenhit: Platz 5 in England und Platz 6 in Deutschland. Alles, was danach kam, geriet ihnen zum Flop; so auch ihr erstes und einziges Album THE MARBLES, das erst 1970 erschien, als die Gruppe bereits nicht mehr existierte.
Nun kann man dieses längst vergessene Werk also in remasterter Form wieder erstehen. Und lohnt sich der Kauf? Einige Songs schmelzen sich auch heute noch reizvoll ins Ohr ("Only One Woman", "The Walls Fell Down", "Elisabeth Johnson", "Daytime", "Little Laughing Girl"), andere dafür gehen irgendwie überhaupt nicht. Dazu gehören zum Beispiel die misslungenen Versionen von Neil Sedakas "Breaking Up Is Hard To Do" sowie der Bee-Gees-Hits "I Can't See Nobody" und vor allem "To Love Somebody" (Letzteres klingt geradezu grotesk daneben!!).
Allemal lohnenswert sind dann wieder die Bonus-Tracks, weil man hier drei der vier Marbles-Singles (teilweise in Mono) in der Originalversion erhält - und dazu die jeweiligen B-Seiten, von denen die äußerst typischen Gibb-Kompositionen "Love You" und "Little Boy" wirklich schön sind.
Im Ganzen ist dies ein netter Nostalgie-Trip in die späten Sechziger; interessant vor allen Dingen für Verehrer der Gebrüder Gibb, da man hier einige Songs zu hören bekommt, die die Bee Gees selbst nie aufgenommen haben.
Graham Bonnett mit seiner eher zum Hardrock passenden Stimme wurde übrigens rund zehn Jahre später als kurzfristiger Sänger von Rainbow auf deren Album DOWN TO EARTH und durch seinen Solo-Hit "Night Games" von 1981 bekannt.