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am 21. März 2010
Wie die drei anderen von Rick Rubin zu Cashs Lebzeiten produzierten "American"-Alben singt Johnny Cash auf "The Man Comes Around" neben Eigenkompositionen vor allem Cover-Versionen bekannt geglaubter Stücke, von den Beatles (In My Life) über einen irischen Traditional (Danny Boy) bis zu Depeche Mode (Personal Jesus) und NIN (Hurt), und noch einiges mehr, was man von einem 71jährigen Country-Großfürsten nicht unbedingt erwartet hätte. Es sei denn, dieser Großfürst heiße Johnny Cash. Wie auf seinen drei vorangehenden anderen Alterswerken klingt auch hier alles, als sei es eigens für Johnny Cash geschrieben worden, als habe es auf dessen Interpretation gewartet. Unglaublich, wie musikalisch vielseitig sich der Große Alte Mann hier noch einmal zeigt. Und noch unglaublicher, wie Cash mit seiner schon deutlich von Krankheit gezeichneten Stimme hier ungeahnte Tiefen und Nuancen aus jedem Stück herausholt, wie er aus Country, Blues und Folk zu einem ganz eigenen Stil findet. Es läuft einem kalt den Rücken hinunter.
Es muss Cash klar gewesen sein, dass dies sein Abschiedsalbum sein würde -- viele Stücke, bemerkenswert viele Balladen darunter, handeln von Tod und Abschied; der von Cash komponierte Titelsong besingt gar den apokalyptischen Todesreiter auf Cash-Art -- die Einleitung spricht Cash, der mit brüchiger Stimme die Apokalypse zitiert, und im Laufe des Songs steigert sich sein Gesang in eine nicht mit Worten beschreibbare Intensität. Allein dieser Song rechtfertigt bereits die Anschaffung des Albums.

"The Man Comes Around" ist ein Jahrhundert-Album, es widersetzt sich der Einteilung in die gängigen Musik-Genres, ist meisterhaft eingespielt (beteiligt waren u.a. Billy Preston und Nick Cave) und lässt keinen kalt, der es je hört. Ich hätte nie gedacht, dass mir "Bridge over Troubled Water", "Danny Boy" oder Stings "Hung My Head" dermaßen zu Herzen gehen könnten. Cashs Stimme versagt mitunter fast, etwa in "The First Time I Ever Saw Your Face" oder in "Streets of Laredo". Und doch strotzen seine Interpretationen vor Energie, immer klingt Rebellion mit, in diesem Cash-typischen "jetzt erst recht"-Ton. Das gilt für neu eingespielte tieftraurige Gassenhauer wie "Give My Love to Rose" ebenso wie für Cashs spektakuläre Version von "Hurt" -- seid mir nicht böse, liebe Trent-Reznor-Fans, aber s o muss das gesungen werden, wenn sich auch der kritischste Zuhörer geschlagen geben soll. Genau so.
"The Man Comes Around" gehört zu den Alben, denen man ehrfürchtig lauscht; man spürt sofort: Dies ist ein Vermächtnis. Letzte Worte. "We'll Meet Again" als hoffnungsvoller Epitaph.
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