1967 waren Pink Floyd das Synonym der Londoner Gegenkultur. Im ersten Sommer of Love gastierten sie in Underground-Clubs wie dem UFO oder dem Middle Earth. Die treibende schöpferische Kraft der Band war Syd Barrett (Sorry Roger, ist aber so!). Er schrieb die beiden psychedelischen Hitsingles Arnold Layne und See Emily Play, gab sich dann aber wohl eine Pille zu viel und wurde aus der Band geschmissen. Danach durfte er leider nur noch zwei , wenngleich exzellente Alben veröffentlichen, Barrett und The Madcap Laughs, bevor er ein frühes prominentes Acid-Opfer wurde.
Gerade auf seinem Solo-Debut, The Madcap Laughs, zeigten sich seine vielfältigen, teilweise revolutionären Ideen, die er am liebsten alle auf einmal umsetzen wollte. Das Album ist aber auch Dokument seiner Philosophie, wonach der erste Take, wenn auch stümperhaft, stets der beste sein solle und eine Wiederholung der Aufnahmen prinzipiell abzulehnen sei, da sie den Songs lediglich ihre Spontanität rauben würden. Kein Wunder, dass sich die Verantwortlichen bei EMI Gedanken über den Erfolg des Albums machten, das nach Wochen im Studio doch erst in seinen Grundzügen fertig war. So kam es, dass David Gilmour und Roger Waters in wenigen konzentrierten Sessions halfen, das Album abzumischen und zu vervollständigen. Mit ihrer Mithilfe entstanden auch die beiden ernsthaften Kompositionen des Albums, das außergewöhnliche Octopus, das ich als Anspieltipp nur empfehlen kann, und Golden Hair, ein Gedicht von James Joyce, das Barrett bereits als Teenager vertont hatte und das nun mit Bass, Schlagzeug, Vibraphon und Orgel unterlegt wurde.