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Bale spielt Trevor Reznik, einen Fabrikarbeiter, der seit einem Jahr nicht mehr geschlafen hat. Nach einem mysteriösen Ereignis vollkommen paranoid und nur noch ein Schatten seiner selbst, bewegt sich Trevor schlafwandlerisch auf einem schmalen Grat zwischen der harten Realität und einer Alptraum-Fantasiewelt ein Geisteszustand, der sich auch auf sein erschreckendes, dürres Äußeres auswirkt (es ist keine Übertreibung, sein Aussehen mit einem fast verhungerten KZ-Überlebenden aus der Nazizeit zu vergleichen). Regisseur Brad Anderson entwirft hier meisterhaft eine grimmig-finstere Schattenwelt aus Blau- und Grautönen, in der Trevor verzweifelt versucht, die Bruchstücke seiner eigenen Psyche zusammenzusetzen. Mit einer befreundeten Prostituierten (Jennifer Jason Leigh) und einer Flughafen-Kellnerin (Aitana Sánchez-Gijón) als einzige Verbindungen zur geistigen Stabilität schwebt Trevors totaler Zusammenbruch unheilsschwanger über ihm und scheint unvermeidbar, just als der Film seine Geheimnisse zu enthüllen beginnt. Ein echter Horrortrip mit passendem, verzerrt-verstörendem Soundtrack: The Machinist scheint prädestiniert für ein langfristiges Dasein als Kult-Thriller für Grenzgänger. -- Jeff Shannon
Trevor Reznik leidet an Schlaflosigkeit und das schon seit einem Jahr. Hand in Hand mit seinem psychischen Verfall schreitet auch sein körperlicher Verfall fort. Trevor ist eigentlich nur noch Haut und Knochen und droht einfach zu verschwinden, wenn er noch dünner wird.
Natürlich treibt ihn der permanente Schlafentzug langsam in den Wahnsinn, Wahrnehmung und Konzentration lassen immer mehr nach, bis er schließlich in einem Alptraum endet, aus dem er nicht mehr aufwachen kann. Wie soll man den auch aufwachen, wenn man gar nicht schläft...? Kann Trevor noch seinem Verstand trauen, oder läuft da wirklich eine Verschwörung gegen ihn, wie er sich immer wieder einreden will...? Der einzige Hoffnungsschimmer scheint für Trevor die Prostituierte Stevie zu sein, bei der er immer wieder zuflucht sucht, doch kann sie ihm wirklich helfen und viel wichtiger, kann er ihr wirklich trauen...?
Die schon ohnehin düstere Stimmung des Filmes wird wirkungsvoll durch die Kameraeinstellungen und Bilder gesteigert. Durch Farbfilter wirken die Bilder noch grauer und trostloser, als sie es schon ohnehin sind und sind bezeichnend für die Sichtweise der Hauptfigur.
Der Zuschauer ist an die Perspektive der Hauptfigur gebunden, weiß zu keinem Zeitpunkt mehr als diese und wird immer weiter mit in die Wahnvorstellungen hineingezogen. B. Anderson verwebt dabei die Realität mit dem Wahn so ausgezeichnet, dass man meinen könnte David Lynch wäre höchstpersönlich am Werk gewesen.
Die Parallelen zu Kafka und Dostojewski versucht B.Anderson nicht einmal zu verbergen, ganz im Gegenteil, er stößt den Zuschauer mit der Nase drauf, indem er z.B. wiederholt Aufnahmen des Buches „Der Idiot" in Trevor's Wohnung zeigt. Und genauso wie Raskolnikow oder Myschkin muss sich Trevor den Abgründen der menschlichen Seele, den existenziellen Fragen nach Schuld und Sühne, nach Verbrechen und Strafe, stellen.
Christian Bale ist für die Rolle des Trevor Reznik bis an die physische Belastungsgrenze gegangen, er hat 30 Kg abgenommen, um die Hauptfigur glaubwürdig darzustellen. Seine schauspielerische Leistung verdient ein suma cum laude. Die Intensität mit der er die tragische Figur des Trevor darstellt, ist schon beinah beängstigend. Man möchte ihm ohne weiters glauben, dass er tatsächlich ein Jahr nicht geschlafen hat. Mit dieser Leistung hat sich Christian Bale auf jeden Fall, als ein ernstzunehmender Charakterdarsteller etabliert.
Aber auch der Auftritt von Jennifer Jason Leigh, der leider viel zu kurz war, sollte lobenswert hervorgehoben werden.
Fazit: Die Abgründe der menschlichen Seele konzentriert auf 102 min Filmlänge. Wenn sie düstere atmosphärisch dichte Thriller mögen, dann sollten Sie diesen Film auf keinen Fall verpassen...
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