Jack Campbells neuer Roman "The Lost Fleet: Dreadnaught" ist der Auftakt seiner neuen Serie "The Lost Fleet: Beyond the Frontier", welche nahtlos an Reihe "The Lost Fleet" anschließt.
Hintergrund aus "The lost Fleet":
Black Jack Geary ist in den Legenden der Allianz ein Held. Vor einhundert Jahren kämpfte er das erste Gefecht gegen die Syndics und ermöglichte seiner Crew durch seine Aufopferung die Flucht. 100 Jahre später wird er treibend im Weltraum von einer Offensivflotte der Allianz gefunden. Nachdem die Syndics der Flotte der Allianz eine Falle gestellt haben, steht er vor der großen und schwierigen Aufgabe genau diese Flotte gegen alle Widrigkeiten zu kommandieren.
Black Jack führt die mehrere Dutzend umfassende Flotte durch das Hoheitsgebiet der Syndics, immer neuen Herausforderungen ausgesetzt, seien sie feindlicher Natur oder Intrigen durch Offiziere, die ihn entweder steuern, oder das Ruder an sich reißen möchten.
Nach einem schier unschaffbaren Gewaltakt, hat die Flotte der Allianz einen Großteil der Syndics geschlagen und trifft die Enigma-Rasse, Aliens, mit denen die Syndics auch Kontakt hatten, aber von denen so gut wie gar nichts bekannt ist.
In der Schlacht um Midway schlägt die Flotte der Allianz in Zusammenarbeit mit einigen Einheiten der Syndics den außerirdischen Feind.
Außerdem wird ein Friedensvertrag mit den Syndics geschlossen.
Geary kehrt mit seiner Flotte zurück in die Heimat. Dort lernt er die Machtspiele der Politiker kennen und heiratet seine "große" Liebe, die Kommandantin der Dauntless, Captain Tanja Desjani.
Hintergrund zum Universum:
Zum einen gibt es die zwei großen Machtblöcke der Allianz, zu denen auch die Schlachtschiffe 2er kleinerer verbündeter Reiche gehören, und die Syndics, einem eher an Wirtschaftskonzernen angelehnten Reich. Die Bewohner beider Blöcke sind Menschen.
Weit entfernte Planetensysteme werden durch sogenannte Sprungtore erreicht. Die Reisen innerhalb der Systeme gehen relativ langsam vonstatten, der Autor bricht alles bis auf die, "übertrieben" gesagt, Lichtminute herunter, was aber recht gut von Campbell dargestellt wird.
Auch die Raumkämpfe gestalten sich aufgrund dieser "Skalierung" als langsam, aber nicht langweilig.
Kommuniziert wird zum einen über Textnachrichten oder Funk, zum anderen über Projektion und auch dort achtet der Autor auf Kontinuität zu seinem technischen Hintergrund. Aufgrund der Entfernung zwischen den Verbänden gibt es teilweise eine sehr lange Wartezeit zwischen den einzelnen Dialogen!
Auch an den Glauben hat Campbell gedacht: die Bewohner der Allianz gedenken den Vorfahren.
Die Syndics wiederum machen mehr den Eindruck einer reinen Industrienation, was sich auch durch den Auspruch "For the People" darstellt.
Blurb:
Frisch aus den Flitterwochen zurück, muss sich Black Jack mit einer militärischen Krise herumschlagen. Diese kann er gerade noch abwenden und bekommt den Auftrag mit seiner Flotte, die um einige Schiffe vergrößert wurde, zurück ins Syndic-Gebiet zu kehren und dort ins Gebiet der geheimnisvollen Enigma-Rasse vorzustoßen. Zum einen soll er einen friedlichen Kontakt aufbauen, zum anderen die Gebiete dort erforschen. Hinter der Mission scheint mehr zu stecken, als gedacht, da er auch Gefangene der Allianz aus den Händen der Syndics übernehmen soll. Dann stößt noch eine alte Bekannte zur Flotte: Victoria Rione, ehemalige Senatorin der Allianz und nun eine Art Sonderbeauftragte.
Zum Buch selber:
Campbell legt auch diesmal wieder sehr viel Wert auf Interaktion zwischen den einzelnen Charakteren. Geary, der Protangonist hat teilweise noch immer mit den für ihn neuen Ansichten zu kämpfen. Politik und Intrigen, ebenso wie Machtbessenheit und alte Strukturen kommen genauso in "Dreadnaught" vor, wie Raumschlachten und taktisches Geplänkel. Eine Brise Salz und eine Brise Zucker, aber genau in der richtigen Dosierung.
Auch die Dialoge zwischen den einzelnen Charakteren sind gelungen.
"Dreadnaught" liest sich recht schnell "weg". Nicht weil es zu einfach, oder keine Spannung hätte, sondern weil das Gemisch zwischen Ruhephase und Hintergrund und Aktion genau passt.
Leider kommt, wie auch in den Vorgängerromanen, immer der Gedanke auf, das Black Jack nicht verlieren kann. Man spürt das einfach als Leser. Die Spannung leidet aber kaum darunter.
Das Englisch sollte kein Problem darstellen.
Erwähnenswert ist, dass Jack Campbell das Pseudonym von John G. Hemry ist , der die beiden SF-Reihen "Paul Sinclair (JAG in Space)" oder "Stark's War" geschrieben hat.
Fazit: immer noch fesselnder Mischmasch aus Military SF und Space Opera...4 Sterne
Der Folgeband ist:
Lost Fleet: Beyond the Frontier (Lost Fleet Beyond/Frontier 2)