Wer bereits meine anderen Rezensionen gelesen hat, hat es vielleicht gemerkt. Ich bin von Joseph Marshall Virus befallen worden. Aber, ich denke, in dem Fall hat das seine Berechtigung. Selten erlebt man einen Autor, der es so geschickt versteht, geschichtliche Tatsachen mit einer überaus spannenden Erzählung zu vermischen. Die Personen, die hier zum Leben erweckt werden, sind Menschen wie du und ich, mit ihren Fehlern und kleinen Schwächen. Selbst berühmte Krieger wie Crazy Horse und Sitting Bull werden hier zu guten Bekannten. Es wird klar, dass diese Menschen keine Legenden waren, sondern eben auch ein ganz alltägliches Leben geführt haben. Auch wenn es sich um Lakota handelt, so werden die Leser doch erkennen, dass die meisten Völker im Grunde gar nicht so viel trennt, wenn es um das "normale" Leben geht. Umso unverständlicher wird dann die Tatsache, dass es zwischen den Völkern oft erbitterte Auseinandersetzungen gab und gibt! Die ganze Geschichte fängt als Rückblick des inzwischen über achtzigjährigen Lakotakriegers Cloud an, welcher seinen Töchtern und dem Enkel die Vergangenheit, die Geschichte seines Lebens und des Lebens ihres Volkes näherbringt. Toll geschrieben, wirklich lesenswert. Ist die Fortsetzung des Romans "Hundred in the Hand" vom gleichen Autor, kann aber auch ohne Kenntnis des ersten Buches gelesen werden.