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Wer Lust auf neue "Erfahrungen" hat, sollte sich das Buch unbedingt zulegen.
Uta Mackenroth
Ich muß sagen, daß mich das Buch, vom Anspruch her, enttäuschte. Was als interessante, teilweise sogar spannende Biographie begann, artete bald in eine Selbstdarstellung aus, die nicht wirklich überzeugen konnte. Es gelingt dem Autor zwar hier und da philosophische Ansätze einzuarbeiten, doch im Großen und Ganzen zelebriert Warner nur seinen Drogenkonsum in einer verherrlichenden und verharmlosenden Form, wie ich sie für unverantwortlich halte. Man bekommt den Eindruck, daß der Autor ein geltungsbedürftiger Junge ist, der seine aus seiner Unbeliebtheit resultierende Brutalität durch eine an Nietzsche erinnernde Philosophie verteidigen möchte und dabei jeglichen Respekt vor der menschlichen Unversehrtheit verloren hat. Mit einer erschreckenden Selbstverständlichkeit schildert er wie Fans, die ihrem Idol scheinbar hörig sind, von Warner und seiner Band physisch und psychisch mißbraucht werden.
Ich kann akzeptieren, wenn man sich selber verletzt oder zu Grunde richtet, daß muß jeder für sich entscheiden, allerdings scheinen die Mitglieder von Marilyn Manson ihre Verantwortung den Fans gegenüber nicht zu verstehen. Die meisten Jugendlichen meiner Generation haben, denke ich, nicht den Durchblick um die Aussagen von Brian Warner und seiner Band zu verarbeiten und richtig einzuordnen.
Der Grund, daß ich dem Buch trotzdem eine gute Note gebe, ist die Tatsache, daß es gut zu lesen ist und den Leser wirklich fesselt. Das Innenleben des Autors ist spannend beschrieben und sorgt dafür, daß man immer weiterlesen muß. Für Liebhaber der morbiden Literatur wird das Buch sicher nicht uninteressant sein, doch empfehle ich es nur denen, die wirklich kritisch lesen und nicht alles für unangreifbar halten, was irgend jemand mal irgendwann aufgeschrieben hat. Der Leser muß sich immer im Hinterkopf behalten, daß "The Long Hard Road Out Of Hell" den Anspruch einer Autobiographie hat und in sofern eine existierende Persönlichkeit beschreibt. Nach der Lektüre ist man in der Lage zu entscheiden wie man zu dem umstrittenen Wer steht, daß der Musiker Brian Warner geschaffen hat. Ich persönlich bin der Meinung, daß seine Weltanschauung nicht vertretbar ist, doch wie jede andere Ideologie eine Daseinsberechtigung hat.
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