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Der Schreibstil Mansons a.k.a. Warners ist sehr gewählt und unterlegt mit einem netten, trockenem Humor. Die Erinnerungen an die Isolation und den Spott zur Zeit der High-School scheinen ihm nicht schmerzhaft zu sein und er gibt sie mit einer angenehmen Selbstironie wieder.
Die Jugend stellt für mich den interessantesten und überzeugendsten Teil des Buches dar- mit Gründung der Band, Marilyn Manson and the Spooky Kids, beginnt eine endlose Reihe von bandinternen Schwierigkeiten, Ärger mit Produzenten und Plattenfirmen und Vorband-Auftritten; die Karriere Mansons begann keineswegs vielversprechend sondern frasss sich mit „Portrait of an American Family" und dem Remix-Album „Smells like Children" geradezu fest; ein Leben ausserhalb der Band wird, abgesehen von einigen Frauen- und Drogengeschichten, praktisch nicht beschrieben.
Man kommt nicht umhin zu bemerken, dass sich die Verwandlung vom Aussenseiter zum „bösesten Menschen Amerikas" sehr nahtlos vollzieht, zwar hatte Brian Warner in seiner Jugend einige schlechte und groteske Erfahrungen zu machen, jedoch beschreibt er sie selbst als nicht sehr tiefgreifend und sich selbst als weder hasserfüllt noch psychopathisch. Menschen mit einer furchtbareren Jugend als Warner haben sich, meines Erachtens nach, auch wieder resozialisiert; somit kann man die Person des Marilyn Manson und all ihren Ausschweifungen als eine langgehegte Phantasie des Teenagers Brian Warners sehen, die er nun auszuleben die Möglichkeit hat.
Im letzten Viertel des Buches scheint Manson sein Erfolg bereits zu Kopf gestiegen zu sein, denn zeitgleich mit der Veröffentlichung von Antichrist Superstar und der darauffolgenden Tour, reiht sich nur noch ein geschmackloser Exzesss an den anderen und die Erklärungen und Äusserungen, Mansons, werden zunehmend dünner und blasierter.
Ohne Ansatz von Erklärung oder Reue wird beschrieben, wie gezielt Fans, hinter der Bühne zu erniedrigenden Psycho-Spielchen missbraucht oder die Knochen namenloser Toter erst pulverisiert und dann als Rauchersatz benützt werden. Mit aller Ernsthaftigkeit sieht sich Manson als den Antichristen, von dem in der Bibel gesprochen wird, und zieht alle Register in der Zelebrierung des dazugehörigen Personenkults.
Intelligenz hin oder her, Marilyn Manson wirkt in den Schilderungen seiner Ausschweifungen sehr überzogen respektlos und destruktiv, ein wenig mehr Selbstironie (zu der Manson durchaus im Stand ist) im Umgang mit der Message der Musik wäre meines Erachtens nach wünschenswert, denn Manson handelt nicht, sondern provoziert lediglich und durch reine Provokation hat sich noch nie etwas geändert, egal wie bizarr und abstossend sie ist.
Vielleicht war der Zeitpunkt für die Herausgabe einer Autobiographie schon nach drei Alben auch ein wenig zu früh, denn mittlerweile hat Manson ja auch im Punkto Provokation auf der Bühne einige Abstriche gemacht jedoch wäre auch die weitere Geschichte der Band und ihrer diversen Stilwechsel wert erzählt zu werden.
Ich gebe Mansons Autobiographie trotz aller Kritik eine gute Note, denn ich habe sie als unterhaltsames und bereicherndes Buch empfunden, das mich vor allem durch seine Vielseitigkeit beeindruckt hat, denn es glänzt mit unzähligen Photos (Brian Warner mit Fünfzehn, Bandphotos, erste Gehversuche mit Make Up etc. ), Zeitungsartikeln, aus Warners Phase als Journalist sowie Geschichten und Gedichte, die der Teenager Brian Warner schrieb und sogar Flugblättern von christlich-amerikanischen Gruppen, die, mit geradezu haarsträubenden Verläumdungen Mansons Auftritte boykottieren.
Dennoch möchte ich abschliessend sagen, dass dieses Buch, so unterhaltsam es auch ist, eher von Leuten, die Manson eine etwas distanziertere (nicht unbedingt kritische) Haltung wahren, gelesen werden sollte und nicht von Hardcore-Fans, die alles für gut heissen, was ihr Idol ausspuckt.
Der Schreibstil Mansons a.k.a. Warners ist sehr gewählt und unterlegt mit einem netten, trockenem Humor. Die Erinnerungen an die Isolation und den Spott zur Zeit der High-School scheinen ihm nicht schmerzhaft zu sein und er gibt sie mit einem leichten Augenzwinkern wieder.
Die Jugend stellt für mich den interessantesten und überzeugendsten Teil des Buches dar- mit Gründung der Band, Marilyn Manson and the Spooky Kids, beginnt eine endlose Reihe von bandinternen Schwierigkeiten, Ärger mit Produzenten und Plattenfirmen und Vorband-Auftritten; die Karriere Mansons begann keineswegs vielversprechend sondern frasss sich mit „Portrait of an American Family" und dem Remix-Album „Smells like Children" geradezu fest; ein Leben ausserhalb der Band wird, abgesehen von einigen Frauen- und Drogengeschichten, praktisch nicht beschrieben.
Man kommt nicht umhin zu bemerken, dass sich die Verwandlung vom Aussenseiter zum „bösesten Menschen Amerikas" sehr nahtlos vollzieht, zwar hatte Brian Warner in seiner Jugend einige schlechte und groteske Erfahrungen zu machen, jedoch beschreibt er sie selbst als nicht sehr tiefgreifend und sich selbst als weder hasserfüllt noch psychopathisch. Menschen mit einer furchtbareren Jugend als Warner haben sich, meines Erachtens nach, auch wieder resozialisiert; somit kann man die Person des Marilyn Manson und all ihren Ausschweifungen als eine langgehegte Phantasie des Teenagers Brian Warners sehen, die er nun auszuleben die Möglichkeit hat.
Im letzten Viertel des Buches scheint Manson sein Erfolg bereits zu Kopf gestiegen zu sein, denn zeitgleich mit der Veröffentlichung von Antichrist Superstar und der darauffolgenden Tour, reiht sich nur noch ein geschmackloser Exzesss an den anderen und die Erklärungen und Äusserungen, Mansons, werden zunehmend dünner und blasierter.
Ohne Ansatz von Erklärung oder Reue wird beschrieben, wie gezielt Fans, hinter der Bühne zu erniedrigenden Psycho-Spielchen missbraucht oder die Knochen namenloser Toter erst pulverisiert und dann als Rauchersatz benützt werden. Mit aller Ernsthaftigkeit sieht sich Manson als den Antichristen, von dem in der Bibel gesprochen wird, und zieht alle Register in der Zelebrierung des dazugehörigen Personenkults.
Intelligenz hin oder her, ein wenig mehr Selbstironie (zu der Manson durchaus im Stand ist) im Umgang mit der Message der Musik wäre meines Erachtens nach wünschenswert, denn Manson handelt nicht, sondern provoziert lediglich und durch reine Provokation hat sich noch nie etwas geändert, egal wie bizarr und abstossend sie ist.
Vielleicht war der Zeitpunkt für die Herausgabe einer Autobiographie schon nach drei Alben auch ein wenig zu früh, denn mittlerweile hat Manson ja auch im Punkto Provokation auf der Bühne einige Abstriche gemacht jedoch wäre auch die weitere Geschichte der Band und ihrer diversen Stilwechsel wert erzählt zu werden.
Ich gebe Mansons Autobiographie trotz aller Kritik eine gute Note, denn ich habe sie als unterhaltsames und bereicherndes Buch empfunden, das mich vor allem durch seine Vielseitigkeit beeindruckt hat, denn es glänzt mit unzähligen Photos (Brian Warner mit Fünfzehn, erste Gehversuche mit Make Up, Live-Aufnahmen etc. ), Zeitungsartikeln, aus Warners Zeit als Journalist sowie Geschichten und Gedichte, die der Teenager Brian Warner schrieb und sogar Flugblättern von christlich-amerikanischen Gruppen, die, mit geradezu haarsträubenden Verleumdungen, Mansons Auftritte boykottieren.
Dennoch möchte ich abschliessend sagen, dass dieses Buch, so unterhaltsam es auch ist, eher von Leuten, die Manson gegenüber eine etwas distanziertere (nicht unbedingt kritische) Haltung wahren, gelesen werden sollte und nicht von Hardcore-Fans, die alles für gut heissen, was ihr Idol ausspuckt.
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