David Riesman ist oftmals als der Vater der modernen Psychosoziologie" gerühmt worden und The Lonely Crowd" zählt als sein Hauptwerk.
Riesman tut hier das, was viele Soziologen aus Berufsfetischismus tun: Menschen nach Typen sortieren und in Schubladen stecken.
So haben wir dann den traditionsgeleiteten, den innengeleiteten und den außengeleiteten Typus Mensch.
Abgesehen davon, dass eine derartige Katalogisierung mindestens grob fahrlässig ist, gibt aber ein anderer Punkt sehr zu bedenken:
So primitiv wie der außengelenkte Typ Mensch in seinen Denkstrukturen und Handlungsmotiven auch erscheinen mag, so sehr ist Riesman in seiner Beschreibung der Wahrheit nahe - leider!
Mehr als ein angstgesteuertes, sich über Konsum und äußere Anerkennung definierendes Wesen ist nun einmal der Mensch der postindustriellen Gesellschaft nicht mehr.
Da hat der Autor Recht.
Was dieses Buch allerdings verschweigt, ist der Fakt, dass Menschen zum Zweck ihrer leichteren Beherrschbarkeit immer wieder in derartige Kategorisierungen gepresst und somit ihrer inneren Freiheit beraubt werden.
In diesem Sinne hat Riesman ein hervorragendes Handbuch für Diktatoren des 21. Jahrhunderts geschrieben.
Wohl deshalb ist es auch so populär geworden - nicht, weil es gut ist, sondern weil es erwünscht ist.