wem es vielleicht so wie mir geht und vor hat, für Freunde einen Oldies-Motto-Abend zu gestalten, der kommt
hier an den - TOKENS- nicht vorbei...
Denn ihr song - THE LION SLEEPS TONIGHT - MUSS mit auf die trackliste.
Neil Sedaka war Gründungsmitglied der school-group - The Line Tones- , hatte aber bald Aussichten, als Solist
Erfolg zu haben und verliess die Gruppe, bevor sie sich in die -TOKENS- umbenannten...
Diesen fiel 1960 die Komposition des afrikanischen Titels - MBUBE- in die Hände, der 8 Jahre zuvor vom
Volksgut-hunter Pete Seeger ins Englische übersetzt wurde und aus dem Zungenbrecher-Refrain - UYIMBUBE-
das merkbarere - WIMOWEH- machte.
So hiess das Lied auch zunächst, später wurde es textlich ergänzt und bezog sich im Titel auf den Löwen-
Mbube...
Es sind hier noch zwei weitere Titel drauf, die eine recht interessante Herkunftsgeschichte haben :
- EARTH ANGEL - und - THE WRECK OF JOHN B -...
Das erstere wurde den farbigen -Penguins- im Ursprung zugeschrieben , aber als erfolgreichster Doo-Wop Titel
ever löste es erst in der Fassung der weissen - Crew Cuts- einen Doo-Wop-hype aus. In über 20 cover-Versionen
bedienten sich u. a. auch Elvis, Johnny Tillotson oder The Vogues daran...
Das zweite Stück erlangte als - SLOOP JOHN B - einen Millionenerfolg in der Version der - Beach Boys- ,
ohne diesen song wäre der beliebte surf-sound nur die halbe Miete...
Und es ist ein grandioses Beispiel dafür, wie aus nostalgischen Volksweisen im Laufe der Zeit solche Ohrwürmer
werden, die von Generation zu Generation weitergesungen werden.
In einer überlieferten Geschichte ist - John B - eine Schaluppe (sloop) , die zweimannsbesetzt zwischen den Bahamas schipperte und alltägliche Gebrauchswaren transportierte. Wohl im Rum-Delirium kabbelten sich die Seemänner und brachten das Boot zum kentern...
Diese Havarie gab schon im Jahre 1917 Stoff zur Besingung ab und gehörte zu den Volksweisen, die dem -shanty-
zuzuweisen sind.
Bereits die - Weavers-, das -Kingston Trio- und - Jimmy Rodgers - betitelten ihre Versionen als - WRECK OF JOHN B-,
der man in black - Johnny Cash - machte - I WANNA GO HOME - draus, und so weiter und so fort...
In etlichen Varianten und Beugungen überdauerte der song die Jahrzehnte , bis ihn die -Beach Boys- für sich
in Anspruch nahmen und sich ins Gehör surften...
Die Version von den Tokens , wieder als - WRECK OF JOHN B- ist richtig klasse und macht sich bestens mit
Tommy McClains - Before I Grow Too Old-;
Was noch auf meine Liste kommt , sind andere Doo-Wop-Schätzchen von den Dell-tones, Five Satins, Cookie and his
Cupcakes, Del Vikings, Dion, The Crests, Edsels, Capris, Clovers, Dominoes usw...
Sie alle entwickelten sich wohl aus der Hinterlassenschaft der - Revellers-, die in den roaring twenties
auch unsere - Comedian Harmonists- inspiriert haben.
Für den typischen, mehrstimmigen -street corner-sound- brauchte es immer zwei Tenöre, einen Bariton und einen Bass,
die mit dieser erheblichen vokalen Abgrenzung für das spezielle dieser Musikrichtung sorgten.
Jüngere Musikhörer werden vielleicht viel anfangen können mit dem Neo-Doo-Wop ; in den 70ern griffen vor allem
Gruppen wie - Showaddywaddy , The Rubettes, Mud und Rocky Sharpe and The Replays - den sound auf, der immerhin
als -Ur-soul- gilt...
Also, ich hab noch viel zu tun, bis ich eine -best of doo wop - Scheibe - zusammengebastelt habe, hoffentlich
sehr zur Freude meiner vintage-Runde, die zwischendurch die golden oldies genauso gerne hört wie ich...