Das wäre natürlich eine Sensation - aber das ist der Titel leider nicht geworden. Was er aber geworden ist, ist einfach erklärt: Ein absolut hochwertiges, klassisches Zelda mit einigen neuen Toches. Aber es soll nicht zu viel vorweg genommen werden; gehen wir doch schnell mal auf die einzelnen Punkte ein.
Die langjährigen Zelda-Kenner und -Spieler werden sich auch bei "The Minish Cap" sehr schnell zurecht finden, für alle anderen (gibt's da wen?) sei schnell erklärt:
Die Story ist einfach - Prinzessin Zelda wird - wieder einmal - in Gefahr gebracht. Diesmal allerdings nicht von Links altem Nemesis Ganon/Ganondorf, sondern von einem bösen Magier namens "Vaati". Wer dieser ist wird im Laufe des Spiels erklärt. Es liegt nun an unserem Freund in der grünen Mütze, ein legendäres Schwert (ganz was neues) wiederherzustellen und den Fluch, der auf Prinzessin Zelda liegt (die Ärmste wurde versteinert) zu brechen. Dazu muss der Spieler natürlich wieder ein eine Vielzahl Dungeons steigen und einige Quests erledigen, ehe das gelingt.
Soviel mal kurz zum Inhalt; wirklich Neues wird leider nicht geboten, aber das erwartet man sich von einem Zelda-Teil eigentlich nicht.
Stilistisch wurde interessanterweise ein Mittelweg zwischen "A Link To The Past" (DEM Kult-Zelda-Teil, und mit Sicherheit der Beste nach "Ocarina Of Time", das bis heute unübertroffen ist) und dem ersten Gamecube-Teil "The Wind Waker" geschlagen: So sind zB die Animationen von Explosionen, aber auch der Zeichenstil von Link selbst näher an WW dran als an ALTTP. WW wurde ja von vielen ob des allzu kindlichen Cel-Shading Comic-Stils kritisiert; zugegeben, mir gefiel auch der düsterere, erwachsenere Stil von OoT besser (dieser soll ja nun hoffentlich mit "Twilight Princess" wieder Einzug auf heimischen Konsolen halten), aber auch Wind Waker hatte seine starken Momente (wenngleich die fast alle in Vergessenheit geraten neben dem stundenlangen monotonen Herumgeschippere auf den sieben Weltmeeren - für mich der Hauptkritikpunkt an WW) - zu "The Minish Cap" passt aber interessanterweise meiner Meinung nach der "niedlichere" Stil fast besser, alleine durch den Einbau der "Minish" - diese glaube ich rechtfertigen den etwas "naiveren" Ansatz dieses Spiels.
Diesmal findet die Geschichte wieder in Hyrule statt - und das ist auch gut so. Witzigerweise sind aber auch einige Locations und Personen aus "Ocarina of Time" inkludiert: So sind zB Talon und Malon und ihre "Lon-Lon Ranch" wieder verteten, ebenso die Goronen die es ja auch eigentlich erst seit OoT zu Berühmtheit gebracht haben, oder aber auch die "Handwerker", die ebenfalls den in OoT auftretenden ähnlich sehen. Insofern hat man mit "The Minish Cap" ein nettes Potpourri von verschiedenen Generationen von Zelda-Games geschafft. Der Sound ist natürlich auch wieder über alle Zweifel erhaben; es finden sich alle altbekannten & grandiosen Zelda-Themes wieder, gemischt mit ein paar neuen (wie zB dem Sumpf-Thema). Gepaart mit den klassischen Sounds (öffnen von Schatztruhen, Links "Kampfschreie" wenn er angreift, das "Glucksen" der Goronen...) passt hier rundum alles.
Da Spiel selbst ist halt ein klassisches Zelda mit vielen Sidequests und netten Charakteren, und es gibt auch hier viel zu tun. Gegenstände & Waffen wollen gefunden, Höhlen erforscht, Leuten geholfen und Prinzessinnen gerettet werden. Negativ fiel mir allerdings leider die relative Kürze des Spiels auf. Es gibt zwar insgesamt recht viel zu tun (vor allem das neue "Kinstone"-System ist äußerst brillant geworden - durch Inkludierung dieses öffnen sich manche Wege erst wenn man bestimmte Quests erledigt bzw mit bestimmten Charakteren seine Kinstone-Stücke fusioniert hat - würde mich nicht wundern, wenn dieses System oder ein Ähnliches auch in nächsten Zelda-Teilen wieder dabei ist!), allerdings gibt es an sich wenige "richtige" Dungeons. Derer sind eigentlich nur 5 vorhanden; in vieren muss man sog. Elemente finden, um das "Four Sword" (quasi das "Masterschwert" von TMC) wiederherzustellen, und dann gehts aber eigentlich auch schon ab in den letzten Dungeon, an dessen Ende dann der Oberboss Vaati wartet. Insofern etwas schade, da man im Vergleich dazu ja bei Games wie ALTTP oder OOT geschätze 10+ Dungeons hatte - da würde man sich auch bei TMC etwas mehr wünschen!
Fazit: Trotz der relativen Kürze bietet auch "The Minish Cap" viele Stunden reinsten Zelda-Spielspaß, und kann durch eine Vielzahl an Sidequests und sympathischen Charakteren punkten. Ein paar logische Schnitzer gibt's zwar gegen Ende des Spiels (so kann man das letzte Herzteil sowie ein Schild-Upgrade erst erhalten, NACHDEM man den letzten Boss bereits einmal besiegt (und danach abgespeichert) hat - macht irrsinnig Sinn!), aber die können den Gesamteindruck nicht trüben. Zelda-Fans greifen bedenkenlos zu, alles in allem würde ich "The Minish Cap" in einer ewigen Zelda-Rangliste an eine gute 3. Stelle setzen (wobei ich aber anmerken muss, dass ich einige Teile wie "Majora's Mask" oder "Oracle of Seasons" nicht gespielt habe).
Definitv aber das beste Handheld-Zelda (die Wiederauflage von "A Link To The Past" mal ausgenommen), unbedingt zugreifen! Hier bekommt man absolut qualitativ hochwertigen Spielspaß für sein Geld - und man kann sich die Wartezeit auf "Twilight Princess" etwas verkürzen ;)