*
"The Legend of Gingko" ist mein zweiter koreanischer Fantasy-Film. Der erste war "D-Wars" und verglichen mit diesem, dürfte der hier geradezu als "gut" bezeichnet werden. Wie gesagt, nur im Vergleich.
Der Film scheint nicht gerade ein grosses Budget verschlungen zu haben.
Er bietet ein paar wenige schöne Landschaften, aber keine Massenszenen ( jedenfalls keine über hundert Menschen ).
Somit sind anstelle von Schlachten einzelne Scharmützel zu sehen ... brutale Gemetzel mit viel Blut ( aber ohne abgehackte Gliedmassen ). Diese sind z.T. etwas verwackelt gefilmt, was möglicherweise als Stilmittel fungieren soll.
Manche der Charaktere scheinen wohl auch unverwundbar zu sein ... so oft wie sie Durchbohrungen mit dem Schwert überleben und wenig später wieder einsatzbereit sind.
Der Hauptcharakter hingegen, nämlich das Opfermädchen Vee, ist die Hilfslosigkeit in Person. Sie muss ständig gerettet werden, kann ihr Schicksal nicht in die eigenen Hände nehmen. Als einzige der Hauptfiguren ist sie nicht in der Lage zu kämpfen, wohingegen sogar die Prinzessin der Hwasan ( in der dt. Version "Volcanos" ) es kann. Ich würde doch meinen, ihr Vater hätte seiner Tochter in den fünfzehn Lebensjahren auf ihrer Flucht etwas Selbstverteidigung beibringen können ... denn diese bräuchte die Kleine ganz dringend!
Nun ja. Die Handlungsweise der Leute hier ist sowieso etwas schwer nachzuvollziehen.
Aufgrund der anderen Mentalität vielleicht?
Ausserdem gibt es in diesem Fantasyfilm vergleichsweise wenig Phantastisches, aber umso mehr Liebesdrama.
Im Verlauf des Filmes ( und besonders gegen Ende ) entstehen viele Fragen:
* Wie kann ein himmlisches Schwert denn bitteschön einen heiligen Berg töten? Metaphorisch oder wie?
* Woher kamen diese mörderischen halbnackten Wilden her? Wer waren sie überhaupt? Und wieso waren sie später nicht mehr da?
* Wieso standen die Charaktere wie aus heiterem Himmel auf dieser Lichtung mit dem märchenhaft-träumerischem Flair, auf welcher dieser Baum ( = Gingko? ) wuchs? Haben sie ein Tor in eine Zwischenwelt durchschritten, oder so was ähnliches? Und warum geht es plötzlich um diesen Baum?
* Wieso lautet der Titel eigentlich "The Legend of Gingko"? Warum soll der Fim eigentlich die Legende einer asiatischen Baumart ( hier als mysthischen Baum zu betrachten ) erzählen? Es geht doch schliesslich die ganze Zeit um das Schwert und diesen Berg.
Fragen über Fragen und keine Erklärung dafür.
Ach ja. Recht gut anzuschauen waren diese "Schlangen" aus Wasser. Nette Idee. Allerdings nicht gerade originell. Im Film "Abyss - Abgrund des Todes" , unter anderem, kam dergleichen auch vor.
FAZIT:
Wer asiatische Fantasyfilme und Liebesdramen mag, sowie auf blutige Gemetzel steht, kann sich diesen Film ruhig anschauen.
PS:
Offensichtlich hat der Film in Korea alle Kassenrekorde gebrochen.