Es beginnt mit einem Geschenk: Eine junge Frau schenkt einer Nachbarin einen Kuchen. Kurzdarauf ist die Nachbarin tot und die Mutter der jungen Frau als Hexe angeklagt. Wenige Monate später wird sie hingerichtet. Warum?
Dieses Buch gibt Einblicke in die Gefühle, Ängste und Überzeugungen der Beteiligten an den Hexenprozessen des 17. Jahrhunderts. Es wiederspricht dem platten Klischee von der heilkundigen Frau, die vom engstirnigen Pfarrer umgebracht wird. Thomas Robisheaux zeichnet in seinem Buch eindringlich nach, wie es zu der Tragödie von Anna Schmieg, der letzten Hexe von Langenburg, kommen konnte. Eine Tragödie, die ganz ohne wahnsinnigen Hexenjäger auskommt.
- Was war das Besondere an Anna Schmieg, dass sich ihre Nachbarinnen vor ihr fürchtete?
- Wie kam der zurückhaltende, sorgfältig abwägende Amtmann von Gülchen dazu, Anna und zwei andere Frauen der Hexerei für schuldig zu befinden?
- Welche Rolle spielten Ärzte, Nachbarn, Universitäten, Verwandte und der Landesherr?
Wie Robisheaux darlegt, waren bei dem Prozess um Anna Schmieg viele Menschen aufrichtig darum bemüht, die Wahrheit herauszufinden - und dennoch wurde sie als Hexe hingerichtet. Das ist das Tragische an der Geschichte der Anna Schmieg - und das Bemerkenswerte an diesem Buch.
P.S. Für die Lektüre sind gute bis sehr gute Englisch Kenntnisse notwendig. Hoffentlich wird dieses Buch, das so wichtig für diesen Teil der deutschen Geschichte ist, bald übersetzt.