Leider wird dieses Album von vielen missachtet. Und das liegt nicht unbedingt an der Musik an sich, sondern daher, dass es nach dem Erscheinen von 50 Cent auf einmal "in" war, Ja Rule zu dissen. Sicher, dieses Album ist sehr radiotauglich und hat mit seinem Debüt "Venni, Vetti, Vecci" nicht mehr all zu viel gemein, doch das muss nicht unbedingt heißen, dass es von minderer Qualität ist. Ja Rule gibt sich gewohnt stark mit seinen Raps, die teilweise in Gesang seiner einzigartigen Stimme übergehen, auch der Inhalt der Lyrics ist anspruchsvoll und werden durch teilweise sehr chillige Beats unterlegt. Schon gleich die erste Single "Thug Lovin'" mit New Edition-Frontmann Bobby Brown ist so ein chilliger Smash, der einen einfach mitreißt. Ja rappt sehr gut, doch der beste Part des Songs ist eindeutig der klasse Refrain von B.Brown, der einem unter die Haut geht. Auch "Mezmerize" mit R'n'B-Prinzessin Ashanti ist sehr chillig und layed back, leider auch ein wenig poppig, doch Ja Rule reißt es mit seinen gesungenen Vocals wieder raus. Von der etwas härteren Sorte ist die Neptunes Produktion "Pop Niggas". Der Beat ist schnell, durch Claps unterlegt, im Hook setzten dann auch noch sehr geile elektrische Sounds ein und Ja Rule rappt einfach alles genial nieder. Ein echter Hammer! Auch die zweite ausgekoppelte Single "Murder Reigns", das aus Entschärfungsgründen in "The Reign" umbenannt wurde, ist ein echter Hammer. Für das Instrumental wurden Teile von Toto's 80er Jahre Kulthit "Africa" gesamplet, was sich einfach fantastisch anhört und auch die Performances von Ja, der richtig geile Rhymes kickt und Sängerin Celeste, die einen traumhaften Refrain singt, passen perfekt. Etwas mehr im R'n'B Style ist "Murder Me" gehalten. Ein super chilliger Track, der auf Grund des angenehmen Instrumentals sofort ein richtiger Ohrwurm ist. Ja rappt wie immer gut, auch Sängerin Alexi liefert einen richtig tollen Hook, lediglich Caddillac Tah passt mit seinen etwas plumben Rhymes nicht so ganz dazu. "The Warning" ist ein ernster Song. Der Beat ist mittelschnell, wirkt etwas bedrückend und depressiv, einfach echt Klasse, noch dazu Ja Rule, dessen gesungener Refrain der absolute Wahnsinn ist. Mit "Rock Star" gelangt man, wie der Name schon sagt, in rockigere Gefilde. Der Beat ist durch eine E-Gitarre unterlegt, ist dennoch chillig und daher echt geil und auch Ja macht wieder alles perfekt. Während der Strophen rappt er echt gut und im Hook singt er wieder, was sich in Kombination mit dem Instrumental einfach gigantisch anhört. Im Großen und Ganzen können so gut wie alle Tracks überzeugen. Auch die etwas schnelleren und partytauglichen "Last Temptation", "Connected" und "Emerica" sind nicht von schlechten Eltern. Einzig der "Pledge" Remix mit 2Pac, Nas und Ashanti gefällt mir nicht besonders, was auf Grund der hochkarätigen Features sehr bedauerlich ist. Naja, sei's drum. Insgesamt ist Ja Rule ein weiteres tolles Album gelungen.
Leider wurde der Beef zwischen ihm und 50 Cent immer heftiger. Fitty's Gangsta-Image kam bei der Masse besser an, weshalb Ja nicht mehr all zu gut verkaufte. Demnächst wird es jedoch die große Rache geben, denn auf seinem bald erscheinenden Album "The Mirror" holen er, Jay-Z, Jadakiss, Fat Joe, Diddy und Nas zum großen Gegenschlag aus. Ich kann es kaum noch erwarten. Wem es ähnlich geht, der kann sich in der Zwischenzeit mit diesem Album bestens darauf einstellen.