Vorneweg: Im direkten Vergleich zu 'Psalm 69' kann diese Scheibe nicht bestehen, wie im Vorfeld so gerne behauptet wurde, aber auch Albert Einstein hat all seine wesentlichen Theorien binnen nur eines Jahres formuliert (wenngleich er dann noch weitere 50 Jahre Spitzenforschung betrieb).
Zurück zum Thema: 'Last Sucker' ist ausgezeichnet, heavy, 100% Ministry, jedoch nicht ganz so abwechslungsreich wie 'Psalm' (allerdings um einiges härter) - und dies ist schon mein einziger Kritikpunkt - somit knappe 5 Punkte.
Genial schon das Cover - kippt man das G. Bush Bild, so bekommt er Gesicht und Zunge einer Schlange, Teil drei in der Privatschlacht Al Jourgensens mit dem Mr. President. Im Inneren der CD präsentiert sich das Ministry Mastermind gar als Jesus beim letzten Abendmahl (dem 'Last Supper' eben), umringt von den 'Jüngern' - Rumsfeld, Cheney, George Bush sen und junior, Condolezza Rice und weiteren Granden der 'New World Order'.
Los geht das Schlachtfest mit einem Highlight: 'Lets go' (im Refrain: Lets go INSANE!) - ein alles niederwalzender Straßenfeger in der Tradition von 'Jesus built my Hotrod'.
Immer wieder mischen sich Samples politischer Ansprachen in die Songs - bei 'Death & Destruction' gibts wieder GWB zu hören, im abschließenden Track gibts 5 Minuten D. Eisenhower zu hören und Dick Cheney darf im ihm gewidmeten 'Dick Song' auftreten - letzterer so ziemlich der beste Ministry Song überhaupt mit einem Refrain-Riff, welches den Kopf von selbst bangen lässt.
Die Mitte der Scheibe bricht sämtliche Geschwindigkeitsrekorde - Ministry goes Thrash Metal - vor allem 'Death and Destruction' und 'No Glory' seien dazu erwähnt.
Auch eine Coverversion hat sich eingeschlichen - der 'Roadhouse Blues' von den Doors wird auf neunfache Schallgeschwindigkeit beschleunigt, interessant, aber das Original ist nach wie vor feiner.
Gegen Ende kommt noch ein Stück das fast schon Punk ist - 'Die in a Crash' mit Fear Factorys Burton C. Bell am Mikro - dieser nimmt auch am zweigeteilten Rausschmeisser 'End of Days' teil - hier wird über 13 Minuten die Bremse angezogen, und die Industrial-Maschine stillgelegt.
Die Limited Edition wartet noch mit zwei Bonus Tracks auf - remixte Versionen des soeben gehörten - muss nicht sein, ist dennoch nett.
Würdig gehen sie von dannen, und hinterlassen eine Pflichtplatte für den Freund der härteren Gangart. Check it out!