Es wäre leicht, einen Film wie "The Last Sentinel" zu verreißen, aber man tut sich selbst und dem Film keinen Gefallen, wenn man hier Maßstäbe ansetzt, die man an Multimillionen-Dollar-Hollywood-Produkte ansetzt. Und das kann man eben nicht, wenn ein Fim wie dieser hier ca. drei Millionen Dollar gekostet hat. Die Geschichte von "The Last Sentinel" stellt üblichen SF-Standard dar, denn hier geht es um den Kampf der menschlichen Reste gegen einen unmenschlichen, totalitären Feind. Mehr ist an Handlung auch nicht notwendig, denn dies nutzt Jesse Johnson, um seinen Film zum Vollzeit-Actioner zu machen. Schon nach wenigen Minuten gibt es die ersten Feuergefechte - und das lässt auch bis zum Schluss nicht nach, so dass man sich zeitweise wie in einem Ego-Shooter wähnt, bei dem man den namenlosen Feind Dutzendweise ausschalten muss. Gedreht wurde der Film z.T. in den Universal-Studios, in denen man die New-York-Straße nutzte, um überzeugend darzustellen, dass die Städte verwaist sind und die Menschheit großteils ausgerottet ist. Man kann hier auch bekannte Gebäude erkennen, die z.B. in der Fernsehserie "Sliders" vorkamen. Interessanter als die von Jesse Johnson fraglos gut umgesetzte Action ist jedoch die Besetzung, die er für diesen Film zusammen bekommen hat. Mit David Keith hat er einen Genre-Veteranen ("Das Ding aus einer anderen Welt", "Pitch Black") und mit Don "The Dragon" Wilson einen ehemaligen Kickbox-Weltmeister, der schon zahlreiche B-Actionfilme gedreht hat, mittlerweile aber etwas alt geworden ist. Hauptverkaufsargument ist aber ganz klar Katee Sackhoff, die als Starbuck in der Neuauflage von "Battlestar Galactica" bekannt wurde. Dabei hilft es, dass ihre Figur in "The Last Sentinel" nicht sehr weit von Starbuck entfernt ist und sie actiontechnisch erneut ihren Mann stehen darf. Und in Zeiten, in denen man auf neues Material von "Battlestar Galactica" immer ewig warten muss, ist es zumindest ein kleiner Trost für ihre zahlreichen Fans, sie in diesem Film sehen zu können. Fazit: Günstiger, aber mit guten und vielen Actionszenen umgesetzter SF-Film, der das Genre nicht neu erfindet, in seiner Nische aber durchaus überzeugen kann. Das B-Film-Herz muss beim Zuschauer aber natürlich auf dem rechten Fleck schlagen.
Moviemans Kommentar zur DVD: Ein ordentliches Bild geht mit ebensolchem Ton einher. Die Farben passen gut zur Geschichte, der Ton könnte insgesamt wuchtiger sein. Bonusmaterial gibt es einiges, auch wenn beim Audiokommentar deutliche Lücken entstehen.
Bild: Angesichts des benutzten Filmmaterials hat man das Problem, dass sich das Bild bei hellen Tagesszenen rauschfrei präsentiert, aber bei dunklen oder Nachtszenen sehr, sehr stark grieselt (00:07:33). Die Farben sind etwas gedämpft, tendieren ins Erdige und sollen vielleicht an Kriegsfilme á la "Black Hawk Down" erinnern. Ein solches Vorbild erreicht man mit der Videooptik natürlich nicht, aber die Farbkomposition ist zumindest dafür geeignet, den postapokalyptischen Aspekt dieses Films gut zu unterstreichen. Das Bild ist bisweilen etwas weich und bei schnellen Bewegungen kommt eine starke Instabilität (00:40:59; Dons Bewegungen). Sobald die schnellen Bewegungen enden, wird das Bild auch gleich wieder deutlich schärfer. Ein bisschen Treppchenbildung ist wahrzunehmen (Berg bei 00:46:31). Die Vorlage ist einwandfrei erhalten.
Ton: Der deutsche DD 5.1-Sound ist am besten von den drei Tonspuren, denn hier werden die zahlreichen Actionsequenzen, Schießereien und Explosionen noch am Besten dargeboten. Aber auch hier gilt, dass besonders Schüsse nur selten eine richtige Intensität entwickeln, sondern etwas flach klingen und damit bei weitem nicht so real daherkommen, wie man sich das wünschen würde. Im Deutschen sind die Dialoge sehr viel besser zu verstehen, während sie im Original direkt am Set aufgenommen wurden und mitunter etwas schwächelnd klingen.
Extras: Eine Bildergalerie und der Trailer stellen die Kleinigkeiten dar, die Hauptattraktion ist jedoch der Audiokommentar von Regisseur und Produzent Bill J. Gottleib. Das Problem ist jedoch, dass beide über lange Strecken stumm bleiben, was das Hören des Audiokommentars nun nicht gar so ergiebig macht. Wenn sie aber mal reden, dann gibt es auch ein paar Infos, so zum Beispiel jene, dass in der New-York-Straße der Universal Studios gedreht wurde. Das Making Of läuft gut 15 Minuten und mutet mehr wie eine B-Roll an. Aber immerhin kommen die Mimen auch zu Wort und so kann man von Katee Sackhoff erfahren, dass sie es genossen hat, die ganzen Actionszenen zu drehen. --movieman.de