Hans Zimmers 100ster!! Herzlichen Glückwunsch dazu und vielen Dank für all die grandiose Musik, zu der nun auch "The Last Samurai" seinen Teil beiträgt.
Zunächst zur Instrumentation: Zimmer komponierte hier ein weiteres Mal für großes Orchester. Das Ganze ergänzt er um mächtige Percussions, traditionell japanische Instrumente a la Taiko Drums, Shakuhachi und Koto und um westlichere Elemente wie zum Beispiel Navajo Gesang und Zimmers eigenes Synthesizer-Spiel, das so dezent in das Gesamtbild eingemischt ist, dass man die Präsenz der Synthies kaum merkt. Hinzu kommen weitere (teils gewaltige) Vokal-Passagen, sowie Solostreicher und Solo-Holzbläser.
Was sich nun aus dieser Instrumentation ergibt, kann sich durchaus hören lassen. Zimmer kombiniert traditionell japanische Elemente mit teils getragenen, teils gewaltigen Orchesterpartien, um einen mal ruhigen, mal aufbrausenden, stimmungsvollen, melodiösen und oft auch melancholischen Klangteppich zu erzeugen. Und damit man sich nicht allzu oft in Melancholie und/oder Träumerei verliert, läßt er in Abständen mit aller Wucht seine massiven Percussions auf den geneigten Hörer los, und die sind wirklich beeindruckend: abwechslungsreich, perfekt getimt und sie sitzen punktgenau. Was unter anderem dazu führte, dass mir beim ersten Hören von Track 8 ("Ronin") und 9 ("Red Warrior") ein derartiger Schauer über den Rücken lief, dass ich um ein Haar an meiner Gänsehaut erfroren wäre ;-).
Ergo: Zimmer bietet hier knapp 60 Minuten Melancholie und instrumentale Wucht gepaart mit Zimmer-typischen Melodie-Leitmotiven, die perfekt aufeinander und zeitlich abgestimmt sind und im Gesamtklang einfach mitreißend klingen. Mich persönlich stört da die streckenweise Ähnlichkeit zu "Thin Red Line" oder "Pearl Harbor" recht wenig.
Ein großartiges Erlebnis von überwältigender Pracht.