Am Anfang des Films muss man Geduld haben und sich in die Atmosphäre und die Geschichte hineinziehen lassen: Eine Theatergruppe recherchiert am Ort des Geschehens, spricht mit Anwohnern, Freunden und Bekannten von Matthew Shepard ... - bis man als Zuschauer unversehens eingewoben ist in die Gedanken, Gefühle und Geschehnisse rund um den Gerichtsprozess zur Verurteilung von Matthews Mördern.
Es ist schwer, zuzusehen, wie die Fanatiker der Westboro Baptist Church Matthews Tod bejubeln. Und es wiegt emotional genauso schwer, zu erfahren, wie Matthews Freunde mit ihren ausladenden Engelskostümen aufmarschieren und sich friedlich-stumm abblockend vor die Hassprediger stellen, das Gesicht teils mit Tränen dem Gerichtsgebäude zugewandt, wo Matthews Vater seine Schlussworte spricht. Worte über seinen Sohn und dessen Ermordung - aber auch über den zerreißenden Konflikt zwischen Todesstrafe, Gnade oder gar Gerechtigkeit. - Es ist schwer, das alles anzusehen - weil man weiß, dass es authentisch ist...
Ein Film, der jede Plattheit erfolgreich vermeidet und den Zuschauer einfühlsam und eindringlich an Matthews Geschichte heranführt. Unbedingt sehenswert!!