Obwohl ich ein sogenannter Omnivore bin und mich nicht streng vegetarisch oder vegan ernähre, hat mir das Buch sehr gut gefallen.
Alicia Silverstone hat es geschafft, ihre Ernährungsweise, die auf viele extrem wirken mag, auf eine völlig entspannte Art und Weise zu vermitteln. Natürlich sind auch für sie Themen wie Tier- und Umweltschutz sehr wichtig und sie betont auch an mehreren Stellen, welche negativen Auswirkungen die in der heutigen, v.a. westlichen Geselleschaft gängige Ernährungsweise auf unseren Planeten hat. Einige dort beschriebenen Aspekte sind ja nicht gänzlich unbekannt, z.B. dass ein übermäßiger Fleischverzehr nicht nur ungesund, sondern auch umweltschädlich ist.
Doch zieht sie ihre Argumentation andersrum auf: Sie stellt die körperliche Gesundheit in der Vordergrund. Gesund sind für uns Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Bohnen etc. sowie der Verzehr von saisonalen und regionalen Produkten. Und bei einer Ernährungsweise, die diesem Ansatz folgt, gibt es Tier- und Umweltschutz "automatisch" mit dazu.
Sie ist dabei nicht so verbissen idealistisch und extrem, wie man das von vielen anderen Vegetariern oder Veganern kennt. Sie urteilt nicht generell in "gute Menschen", die sich so ernähren, wie von ihr beschrieben, und "schlechten Menschen", die das eben nicht tun. Sie sagt, dass jeder kleine Schritte hin zu einer gesünderen Lebensweise machen kann - und dass auch schon der kleinste Schritt besser ist, als wenn man gar nichts gemacht hätte.
Sie stellt auch klar, dass nicht mal sie zu 100% der idealen Ernährungsweise (die "Superhero-Diet") folgt, sondern auch ab und an "nur" vegan lebt (die Superhero-Diet ist eine makrobiotische Steigerung der veganen Lebensweise). Niemand ist perfekt, auch sie nicht. Und sie will es auch gar nicht sein. Sie sagt, es sei wichtig, dass man einen Weg habe, denn nur so könne man von einem Weg abkommen und wieder auf einen Weg zurückfinden.
Die Rezepte, die sie vorstellt, klingen auch für einen Nicht-Veganer sehr lecker. Sie sind meist wirklich einfach und brauchen wenige Zutaten. Natürlich wird man mit dem einen oder anderen Lebensmittel Bezugsschwierigkeiten haben (wie z.B. dem japanischen Rettich Daikon). Ich verstehe Rezepte aber generell nur als Inspiration. Wenn ich alle Zutaten auftreiben kann, dann ist das gut. Wenn nicht, dann gibt's halt was anderes.
Man sollte dabei auch immer beachten, dass sie US-Amerikanerin ist und alle ihre Produkt- und Lebensmitteltipps für den US-amerikanischen Markt ausgelegt sind. Um in Deutschland nach einer makrobiotischen zu leben, sollte man ggf. auf einen hier ansässigen fachkundigen Berater zurückgreifen.
In Summe ein schönes Buch für alle, die sich für das Thema Ernährung interessieren und offen sind für Neues - egal ob Omnivore oder Veganer.