Mit der Stilmischung Klassik/Pop ist das immer so eine Sache: Entweder die Popmusik klingt allzu angestrengt und bemüht in ihrem Streben seriös zu wirken (oft rutscht sie gar in Richtung ungewollten Kitsch ab), oder die Klassik Interpreten sind sich ihrer nicht zu schade, den Idiomen der Popularmusik nachzueifern (was oftmals nicht weniger amüsant klingt). Elvis Costello bildet zusammen mit dem Brodsky Quartett auf "The Juliet Letters" die rühmliche Ausnahme. Und vielleicht liegt es gerade daran, das es kein reines Costello Album ist, sondern vielmehr eine Coproduktion mit dem Brodsky Quartett. So mischen sich hier sowohl Costello's fabelhaftes Songwriting als auch sein unnachahmlicher Gesangsstil mit der Spiel- und Arrangierkunst eines weltberühmten Streichquartettes. Zu hören ist auch, das die beiden Parteien ihre Arbeit/Kunst schon im Vorfeld gegenseitig kannten und schätzten. So war es kein, wie es häufig bei solchen Projekten der Fall ist, willkürliches Zusammentun von gewinnhungrigen Plattenfirmen, die ein ordentliches Geschäft wittern, sondern vielmehr ein gewachsenes, symbiotisches Zusammentreffen. Das hört man!!!