Die offenbar perfekte Familie Jones, Vater Steve (David Duchovny, "Californication"), Mutter Kate (Demi Moore, "Eine Frage der Ehre"), Tochter Jenn (Amber Heard, "All the boys love Mandy Lane") und Sohn Mick (Ben Hollingsworth, "Greg's Tagebuch 2") beziehen ein kuxuriöse Haus inmitten einer noblen Vorstadt. Dort mischen sie sich als Neuankömmlinge schnell unter die Anwohner und bald schon wollen diese alles das haben, was auch die Familie Jones besitzt und was deren Leben offenbar so perfekt und glücklich macht.
Und genau das ist der Plan, denn die Familie Jones ist in Wirklichkeit eine zusammengecastete Gruppe, die für ein Jahr zusammen wohnt, um die Produkte ihrer Firma zu verkaufen. Alles ganz verdeckt und ohne dass es jemand eigentlich merkt.
Diese Geschichte trifft genau den Nerv unserer Zeit. Viele Menschen scheinen neidisch auf den Besitz der Nachbarn, Kollegen, Freundes zu sein und um genau das zu haben, was andere haben, kaufen sie die Produkte einfach nach. Es geht darum, den gleichen Luxus zu genießen wie andere, sie am besten dabei sogar noch zu übertrumpfen.
Auf der anderen Seite verkörper die Familie Jones den Drang nach Erfolg und die Skrupellosigkeit, die manche dabei an den Tag legen. Gerade Mutter Kate ist eine völlig professionelle Verkäuferin, die keinerlei Probleme damit hat, die Menschen in ihrer Umgebung zu hintergehen, um einen möglichst großen Profit zu machen. Ihr Ziel ist der Aufstieg in der Firma; ihr Streben nach Prestige treibt sie an.
Der Film verhandelt die heutige Konsumgesellschaft daher ganz hervorragend, mit den Verkäufern und ihrem Antrieb auf der einen, den Kunden und ihren Wünschen auf der anderen Seite.
David Duchovny und Demi Moore erfüllen ihre Rollen dabei ganz ausgezeichnet und geben der Geschichte ein überzeugendes Zentrum um Kernfragen wie Professionalität, Ambition, Gewissen und Vertrauen.
Amber Heard und Ben Hollingsworth bleiben in ihren Nebenrollen jedoch recht blass und können nicht ganz überzeugen. Sie stehen aber auch nicht im Fokus der Geschichte und haben daher weniger Möglichkeiten ihre Charaktere auszugestalten. Als Nebenfigur sticht jedoch dafür Gary Cole ("Entourage") als Nachbar der Familie Jones hervor. Er porträtiert überzeugend das Opfer der Familie Jones und steht stellvertretend als Opfer der Konsumgesellschaft.
Die Laufzeit des Films beträgt knapp 96 Minuten. Das Bild ist 2,35:1 (16:9 anamorph codiert), der Ton Dolby Digital 5.1. Als Sprachen sind Deutsch und Englisch wählbar, mit zusätzlich deutschem Untertitel.
Als Bonus enthält die DVD ein Wendecover, dazu inhaltlich entfallene Szenen, darunter das Vorstellungsgespräch Steve Jones für den Job als Verkäufer.
Ebenfalls enthalten sind Trailer anderer Filme.
Insgesamt ist "The Joneses" ein hoch aktueller Film, der nicht nur durch seine Geschichte, sondern auch durch seinen Humor zu überzeugen weiß. Die Charaktere bleiben allerdings teilweise etwas oberflächlich und letztlich finden auch wieder filmgetreue Moralklischees Einzug, was leider den Gesamtwert des Filmes etwas abmildert.
Dennoch gibt es für diesen guten und unterhaltsamen Film insgesamt 4 Sterne.