Sir Philip Kimberly (Michael Caine), einst in der Position als Chef des britischen Geheimdienstes tätig, wurde, nachdem er zum KGB überlief, dort zum General. Für die Russen hat Kimberly nur noch einen Wert: geheime Dossiers, auf denen die Gehaltslisten der russischen Doppelagenten in England verzeichnet sind. Diese sind Kimberlys Lebensversicherung und es stellt sich heraus, dass er diese tatsächlich in Anspruch nehmen muss. Die Russen inszenieren Kimberlys Tod, verpassen ihm tatsächlich aber ein neues Aussehen und trainieren ihn, damit er die Dossiers aus England beschafft. Kaum in England eingetroffen, flüchtet Kimberly vor seinen russischen Aufpassern und tritt, weiterhin durch seine neue Identität getarnt, mit seinem ehemaligen Kollegen vom Secret Service, Sir Gerald Scaith (Laurence Olivier), in Kontakt. Dieser soll Kimberly die Dossiers abkaufen und ihm eine sichere Flucht in die Schweiz ermöglichen. Nach dem ersten Gespräch wird Kimberly von den Russen angeschossen. Er flüchtet sich in das alte Familienlandhaus und trifft dort auf seine Tochter Penelope (Susan George), die er seit Jahren nicht gesehen hat. Währenddessen entdeckt der Secret Service anhand von Fingerabdrücken, dass es sich bei dem vermeintlichen Russen tatsächlich um Kimberly handelt. Nun steht es außer Frage, Kimberly in die Schweiz entkommen zu lassen.
Regisseur Terrance Young drehte in den 60er Jahren die Bondklassiker 'Dr. No' (1962), 'From Russia with Love' (1963) und 'Thunderball' (1965). Mit 'Jigsaw Man' (1983) drehte er seinen vorletzten Film, bevor er 1994 verstarb. Nach großen Erfolgen mit den Bondstreifen entstand kaum noch Nennenswertes unter seiner Regie. 'Jigsaw Man' ist ein reiner B-Movie geworden, dem man das knappe Budget ansieht. Michael Caine und Laurence Olivier, die ihrer Rollen in dieser abstrusen Spionageklamotte mit einer gehörigen Portion Humor würzen, täuschen auch nicht darüber hinweg, dass 'Jigsaw Man' eine äußerst schwache Fließbandproduktion ist, die man sich getrost schenken kann. Auch die Qualität für den 1983 entstanden Film liegt eher auf dem Niveau einer Fernsehproduktion aus den frühen 70er Jahren.
Trotz den deutlichen Mängeln fand ich 'The Jigsaw Man' äußerst amüsant, was an der unfreiwilligen Komik liegt, die den Streifen teilweise slapstickhaft erscheinen lässt. Fast in jeder Szene greift einer der Protagonisten zur Flasche (strikt: Wodka in Russland, Whiskey in England) und man wird das Gefühl nicht los, dass diese mit echtem Alkohol gefüllt waren. Auch die Dialoge sind mit ziemlicher Sicherheit im Rausch heruntergetippt worden und runden den schlechten Gesamteindruck wunderbar ab. Wer hier einen spannenden Spionagethriller erwartet, dem würde ich dringend vom Kauf abraten. Als unterhaltsame Kuriosität hat sich 'The Jigsaw Man' jedoch einen festen Platz in meiner Sammlung gesichert. Entscheidender Moment: wie der russische Salvador Dali Look-Alike minutenlang hinter dem Vorhang eines grünen VW-Busses hervorspinnst. Herrlich!
Jan Heesen für digitaldv.de