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"watch what happens" - das Album hat mich wegen der artübergreifenden Künstlerkonstellation Brönner-Quasthoff interessiert. Brönner habe ich schon einige Male live erlebt und ich mag seine Art Musik zu machen, egal, ob "wirklich jazzig" oder eher "mainstreamig". Mit früheren Jazzambitionen Quasthoffs oder seinen Erfolgen damit in den USA habe ich mich nie beschäftigt, insofern war ich hierbei unvoreingenommen. Mein Grundsatz: Jeder mag spielen und singen, was ihm gefällt und wozu er Lust hat. Entscheidende Frage vor professionellem Hintergrund: Hat er eine für seine Wahl geeignete Stimme und wirklich das erforderliche Gespür dafür, vermag er also dem Liedgut adäquat zu agieren? Natürlich unterliegen diese Aspekte immer auch subjektiver Betrachtung.
Das auf Quasthoffs Homepage veröffentlichte Interview mit ihm und Brönner zum Album klang vernünftig und versprach viel. Jetzt, nach dem Anhören der CD, liest sich für mich einiges davon überheblich und scheint kaschieren zu wollen, was nicht geht. Quasthoffs musikalische Ausführungen haben mich nicht überzeugt und ich mag den jubelnden Kritikerstimmen nicht zu folgen.
Seine "Klassik-Stimme" lässt er tatsächlich zu Hause (wie er selbst sagt) und so klingt alles sehr natürlich. Seine Basis vermag er trotzdem nicht zu verleugnen - eine sehr klare Artikulation mag für den klassischen, insbesondere den von Quasthoff bestens beherrschten Liedgesang unabdingbares Element sein, wirkt indessen im Jazz eher "gestelzt".
Muss der Hörer aber wegen der oben erwähnten Natürlichkeit und angesagter "Schnörkellosigkeit" auf geschmeidige Modulationen und Überraschungen in jazzigen Details verzichten, so dass alles mehr oder weniger vorhersehbar bleibt? Eigentlich bevorzuge ich durchaus mittlere Stimmlagen, doch sein Bass-Bariton tönt mir hier oftmals viel zu tief. Seinem von Kritikern gelobten "rau und brummig" intonierten Jazz vermag ich nichts abzugewinnen. Ganz gewiss gehören zum Jazz auch solche Facetten dazu, doch in diesem Fall lässt diese "Tonart" besonders die eher melancholisch dargebotenen Interpretationen (gegen die an sich nichts einzuwenden ist) auf mich stumpf, vor allem aber schwerfällig, ja mitunter ungelenk, fast laienhaft wirken. Die gefälligen (für "echte Jazzer" wahrscheinlich wieder zu glatten) Brönner-Arrangements und die musikalische Begleitung empfinde ich mehr als nur zurückhaltend. Sie erscheinen mir ebenso als bloße Staffage "abgedrängt" wie Brönners Trompete.
Ich habe grundsätzlich nichts gegen die Verwendung von Coverversionen einzuwenden, doch wer "covered", muss mit Vergleichen rechnen. Gerade die für dieses Album ausgewählten Songs sind nicht nur schon x-fach - jazzig oder anders klingend - von SängerInnen wie auch instrumental vorgestellt, sondern oftmals deutlich besser interpretiert worden. Namentliche Vergleiche erspare ich mir, die Liste würde zu lang werden.
Fazit: Null Funkenflug für ein auf mich wenig jazzig wirkendes Jazzalbum. Letzlich habe ich mich gefragt, ob Brönners Namensnennung bei dieser Produktion lediglich verkaufsfördernde Wirkung auf die Jazz liebende Kaufklientel entfalten sollte bzw. ob an sich erfolgreiche Interpreten immer auch für alles einen Anerkennungsbonus bekommen müssen. An diesem Album dürften sich wieder mal die(Jazz)-Geister scheiden.