Das Spielfilmdebüt von Frank van Mechelen, der bisher im Fernsehformat als Regisseur tätig war, erzählt die Geschichte eines verzweifelten Vaters, der sich einer dunklen Vergangenheit stellen muss. Verkörpert wird dieser Mann von Koen de Bouw, einem der großen belgischen Schauspieler. Charismatisch und mit markanten Gesichtszügen verleiht de Bouw Tom Ausdruckskraft und eine innere Zerrissenheit, die den Zuschauer mitreißt. Komplex und dennoch nachvollziehbar agiert der Darsteller in seiner Rolle, so dass Toms Aktionen nie vorhersehbar, meist aber verständlich sind.
Beginnt der Film zunächst als Drama über einen Vater, der sich nicht mit dem Verschwinden seiner Tochter abfinden kann und dem tiefen Bedürfnis nachgeht, die Vergangenheit aufzudecken, entwickelt sich aus dieser Grundkonstellation langsam ein spannender und anspruchsvoller Thriller. Was versuchen die Dorfbewohner zu verbergen? Warum benehmen sie sich Tom gegenüber so feindselig? Und welches Geheimnis verbindet die beiden Mädchen Marie und Louise wirklich, wenn es denn überhaupt eine Verbindung gibt?
Van Mechelen spinnt zielsicher und gekonnt ein Netz aus Halbwahrheiten, Lügen und Vertuschungen. Die Wahrheit lüftet er mosaikartig, und es dauert bis zum unspektakulären, aber packenden Finale, bis der Zuschauer für sich alle Bausteine zusammensetzen kann. Das Ergebnis verblüfft und schockiert und ist unvorhersehbar, wirkt aber auch nicht abstrus konstruiert, woran viele Filme kranken, die eine besonders überraschende Auflösung erzwingen wollen.
Neben fast zwei Stunden Filmlaufzeit erwarten den Zuschauer ein Making Of, Fotogalerien von den Darstellern und vom Set, der Originaltrailer des Films und weitere Trailer aus dem Hause Epix.
Mit "The Intruder Der Eindringling" liefert Belgiens Filmindustrie einen packenden Thriller, der schnörkellos und ohne Eile seine Sogwirkung entfaltet. Freunde von düsteren, packenden Filmen, die sich auch nicht gegen eine gewisse Melancholie aussprechen, sollten zugreifen.