Der Interpol-Agent Louis Salinger (Clive Owen) ermittelt mit seiner Kollegin, der New Yorker Staatsanwaeltin Eleanow Whitman (Naomi Watts) gegen eine der groeßten und maechtigsten Banken der Welt, der IBBC, welche in eine ganze Reihe illegaler Aktivitaeten verstrickt sein soll.
Als der Politthriller des deutschen Regisseurs Tom Tyker im Jahr 2009 veroeffentlicht wurde, passte er ziemlich gut in die damalige Zeit, als die Finanzkrise auf ihrem Hoehepunkt war. Dies macht den Film auch nochmal eine Spur interessanter, da der Film auf einigen wahren Begebenheiten basiert, aber auch ansonsten eine gehoerige Portion Spielraum fuer Liebhaber von Verschwoerungstheorien birgt.
Tykwer erzaehlt die Geschichte zwar in einem gleichmaeßigen und nicht gerade rasantem Tempo, dennoch kehrte bei mir in den ganzen 113 Minuten kein Hauch von Langeweile ein, da man sich ziemlich schnell in die Story hineinfinden kann und die Geschehnisse und Dialoge zwar hin und wieder komplex, aber dennoch recht leicht verstaendlich sind.
Eine tolle Stimmung wird dadurch vermittelt, dass der Film an vielen verschiedenen Orten spielt und die jeweiligen Orte in ihrer Optik alle verschiedene markante Merkmale aufweisen. Generell ueberzeugen Kamera- und Schnittfuehrung den gesamten Film hindurch, sodass "The International" in visueller Hinsicht ein absoluter Volltreffer ist.
Wer bei dem Film eine Vielzahl an Action erwartet, der duerfte allerdings enttaeuscht werden. Weitestgehend kommt der Film ohne sonderlich spektakulaere Sequenzen aus. Zu nennen waere da eigentlich nur die Szene im nachgebildeten Guggenheim-Museum. Diese ist allerdings (auch hier vor allem visuell) ein absoluter Knaller und der klare Hoehepunkt des Films. Großartig!
Bezueglich der schauspielerischen Leistung kann man auch nicht viel meckern. Clive Owen ueberzeugt hundertprozentig und liefert schon fast eine One-Man-Show ab. Gerade dies wird allerdings fuer Naomi Watts zum Problem. Ihre Rolle ist leider etwas eindimensional, zuweilen ziemlich ueberfluessig und Watts selbst wirkt in ihrer Rolle furchtbar unterfordert. Die uebrigen Schauspieler wie Ulrich Thomsen oder dem deutschen Armin Mueller-Stahl spielen ihre Rollen absolut solide.
Kritisch anzumerken ist, dass den Charakteren meiner Meinung nach etwas an Tiefe fehlt, sodass sie, wie auch schon angesprochen, etwas eindimensional bleiben. Des Weiteren gibt es einige sehr platte und klischeehaften Dialoge, die zwischendurch eher als eine Art "Lueckenfueller" wirken.
Alles in allem ist Tykwer ein wirklich guter und kurzweiliger Thriller gelungen, der insbesondere durch seine Aktualitaet nochmal eine Spur interessanter und brisanter wird. Das Genre wird zwar nicht neu erfunden, aber dennoch ein mehr als ordentlicher und empfehlenswerter Film. Lediglich kleinere Kritikpunkte gibt es meinerseits, die das recht gute Gesamtbild aber nicht trueben sollen.