"The Inner Circle" ist ein Werk, dass gleichzeitig mein Progger und Metaler Herz erfreuen kann, aber dennoch weder "Fisch noch Fleisch" ist. Trotzdem macht "The Inner Circle" riesigen Spaß und kann super unterhalten. Besondere Beachtung gebührt Tom S. Englund, der gekonnt zwischen brachial und Gänsehautstimme, wie man sie eigentlich nur von schwarzen Sängern (SÄNGER, keine Raper) kennt, wechselt. Ein grandioses Beispiel ist hier wohl "Harmless Wishes" (gegen Ende....unbeschreiblich) oder "In The Wake Of The Weary". In letztem kommt auch u.a. eine Gastsängerin vor, die sich besodners dem Sänger sehr gut anpasst. Aber auch die Instrumentalisten sollte man nicht außen vor lassen, denn sie leisten solide Arbeit. Proggern kann ich nur empfehlen sich gezielt den Bass sowie die Drums anzuhören: es lohnt sich garantiert. Fast schon obligatorisch in diesem Genre (man denke nur mal an Symphony X oder Adagio) ist die Einbettung von klassischen Arrangements. Hie und da findet man immer wieder orchestrale Sounds. Die "Plastikstreicher" passen. Besondere Beachtung gebührt neben dem restlichen Material (das solide ist) besonders "When The Walls Go Down", soz. das "Space-Dye Vest" von Evergrey, das sich gegen Ende mit wirklich genial-hämmernden Drums verabschiedet. Ein gelungener Wechsel nah einem mehrminütigen Spannungsaufbau. Granios. Da wir hier die Special Edition des Albums vorliegen haben, kriegen wir noch drei Boni. Es handelt sich um drei Songs des Vorgängeralbums "Recreation Day". Die (einstige) Halb-Ballade "I'm Sorry" sowie das mit Akkustikgitarren eingeleitete "Madness Caught Another Victim" waren damals schon predestiniert so zu enden und bestechen mit grandioser Qualität und passender Atmosphäre. Dem einstigen "Recreation Day" steht das neue Gewand ebenfalls sehr gut. So muss "unplugged" klingen. Da darf man sich schon jetzt auf das neue Werk freuen. Vielleicht kriegen wir dann ja "A Touch Of Blessing"? Die Vorstellung ist schön. 5 Sterne sind drin.