Bret Easton Ellis. Der Name ist bekannt, der Name ist Programm. Renomierter Autor von mittlerweile 7 Romanen, die stets mehr oder weniger dasselbe Thema haben: Reiche Menschen und deren Luxus. Aber auch deren Dekadenz, Gleichgültigkeit, und vor allem deren kranke Handlungsweisen und Phantasien. Dies wurde überdeutlich in seinem Meisterwerk "American Psycho", welches obendrein vorbildlich verfilmt wurde, und somit auch ohne die überspitzte und ultrabrutale Gewalt- und Sexdarstellung des Buches zeigen konnte, was der Autor mit seinem Werk ausdrücken wollte.
Seine Bücher "Unter Null" und "Rules of Attraction" wurden ebenfalls bereits. Mehr oder weniger adäquat, auf die Leinwand gebracht. Mittlerweile sind wir bei Verfilmung Nummer vier angekommen, was uns zu Gregor Jordans ("Unthinkable") Streifen "The Informers" führt.
Zur Geschichte möchte ich nicht viel sagen, da dies den Rahmen sprengen würde. Es handelt sich hier um einen Episodenfilm, der von einer Gruppe Menschen handelt, die im Jahr 1983 in L.A. lebt oder aufeinandertrifft. Diese Menschen haben viel Geld, leben aber ein Leben ohne wirkliche Gefühle. Ihr Alltag ist bestimmt von Gleichgültigkeit und ihren verlorenen Seelen. Im Laufe der Handlung haben die Personen mehr oder weniger Berührungspunkte, was das Ganze dann irgendwo zusammenführt.
Und genau da liegt mein Problem! "The Informers" ist eine Kurzgeschichtensammlung, und ich habe irgendwie das Gefühl, dass man es nicht ganz geschafft hat, die einzelnen Storys im Film zu einem passenden Ganzen zusammenzuführen! Zwar erkennt man eine rote Linie, aber schlussendlich hat das Werk keinen Anfang, und kein wirklich zufriedenstellendes Ende. Wer wie ich Episodenfilme schätzt, sollte also dennoch darauf gefasst sein, bisher nichts wirklich Vergleichbares gesehen zu haben. Trotz alledem passt der Rest! Die Darsteller sind topp! Unter Leuten wie Billy-Bob Thornton, Kim Basinger und Mickey Rourke findet man auch Brad Renfro in seiner letzten Rolle. Auch Winona Rider ist an Bord, und Newcomerin Amber Heard spielt ihre wohl bisher tragischste Rolle. Über die Inszenierung kann man auch nur Gutes sagen. Die 80er wurden in Bild und Ton einwandfrei eingefangen, und die kalten Farben passen zum trostlosen Thema des Films. Wer mit Easton Ellis etwas anfangen kann, wird hier nichts falsch machen, alle anderen sollten sich überlegen auf was sie sich einlassen. Ein Feel-Good-Movie sieht ganz anders aus!
Die Blu-ray ist leider nicht als Referenz zu bezeichnen. Zwar ist das Ganze noch als "ok" zu bezeichnen, aber mehr Schärfe und Kontrast wären wünschenswert gewesen. Überdies hat man sehr oft ein ziemliches Bildrauschen in den Hintergründen, was ich als störend empfand. Bei einem aktuellen Film erwarte ich mir einfach mehr HD-Feeling! Beim Ton kann man nicht meckern. Es ist halt ein dialoglastiger Film, bei dem es nicht groß auf Surround-Effekte ankommt. An Extras mangelt es leider komplett! Außer dem Trailer und einer Trailershow ist nichts an Bord der blauen Scheibe.