Es gibt sie immer wieder: Duos Infernale. Als da hätten wir: Gang Starr, EPMD, Jedi Mind Tricks,
Eric B. and Rakim usw.
Und Mobb Deep.
Schon im zarten Altervon nur 16 und 17 Jahren nahmen Prodigy und Havoc 1993 ihr Debütalbum "Juvenile Hell" auf, welches noch größtenteils produziert wurde von Legenden wie Large Professor und DJ Premier. Was aber nicht automatisch heisst, dass das Album zu einer Legende wird. Dank schlechter Promo ging dieses alsbald etwas unter und der Deal platzte.
2 Jahre später ,wir schreiben das Jahr 1995: Mobb Deep melden sich mit neuem Label im Rücken (Loud Records) eindrucksvoll zurück und mit im Gepäck haben sie einen absolut eigenständigen, unverkennbaren Sound: Die Beats sind durch die Bank reduziert und enorm wuchtig, Bässe die einem zum Durchfall zwingen, Killerohrfeigensnares, Herzpochkickdrums, scharfe Hi-hats. Beunruhigendes Geknister welches die Tracks schmutziger als auch irrealer erscheinen lässt. Psyschedelische, haarsträubende Sounds, Samples oder einfach nur Geräuschfetzen. Bedeutungsschwangere Pianos welche stets zwischen Melancholie und Gefährlichkeit pendeln. Die gesamte Produktion enthält stets irgendwo immer eine unglaublich paranoide Stimmung und sorgt für persönliches Unbehagen. Sie schlägt dir nicht ins Gesicht. Eher will sie über ein Hintertürchen dein Gehirn entern um sich dort festzusetzen. In der richtigen(falschen?) Stimmung gehört kann das sehr krass wirken oder um einen Kumpel zu zitieren:
"Das ist die Art von Musik die du hörst und bei der du dann Bock bekommst vor die Tür zu gehen um einen Mord zu begehen". Aber darum geht es u.a. auch in den Tracks. Es mag zwar wie ein Klischee klingen aber hier geht es um fiese Streettales und um nichts anderes. Wo aber andere sagen, sie würden die Strasse repräsentieren aber in Wirklichkeit einen Clubhit nach dem anderen bringen, haben Mobb Deep damals alles daran gesetzt dass Stimmung, Atmosphäre absolut treffend und authentisch vermittelt werden. Sie selbst nennen ihre Musik auch "Reality Rap". Ihre Musik führt in die Abgründe der Stadt als auch der menschlichen Seele. Alles, wirklich alles, von Produktion über Texte und Stimmen der beiden drückt eine gewisse emotionale Negativität aus wie man sie heute nur noch selten antrifft. Im Grunde kann man alles negative aufzählen was es gibt: Trauer, Frust, Desillusioniertheit, Kälte, Brutalität, Resignation, Depression. (Zwischenmenschliche-) Spannungsverhältnisse werden hör-als auch fühlbar gemacht und das führt bei ausreichender Einfühlsamkeit zu einem intensiven Hörerlebnis. Man nehme nur "Survival of the Fittest", versehen mit einem an sich einfachen aber ungemein intensiven suspense Synthiepiano, monoton aber gefährlich im Gesamtbild. Dazu solch hoffnungslose Zeilen wie die von Prodigy: "I'm going out, blasting, takin' my enemies wit me, and if not they scarred so they will never forget me"
Das Album "The Infamous" gilt heute als absoluter Meilenstein des Genres und ebnete den Weg für einer der wichtigsten HipHop Acts der 90er.