Irgendwie hatte ich mich nach dem Genuss der Vorgängerscheibe Scattering of Ashes schon gefragt, warum mir diese geniale Band vorher noch nie aufgefallen ist ( mal abgesehen von der bescheidenen Promo Arbeit seitens des Labels... ). Bei den Alben vor Scattering of Ashes liegt es meiner Meinung nach ganz klar an einer Mixtur aus bescheidenstem Sound und grottig schlechten Clean Vocals. Ehrlich - furchtbarst...
Beides wurde mit Scattering besser, zum Sänger selbst schreibe ich gleich noch ein paar Takte. Der Sound auf Scattering wurde aber auch endlich etwas besser.
Dann kommt the Incurable Tragedy... Die Songs sind noch schneller, technischer und sehr komplexer ausgefallen, als dies schon auf Scattering... der Fall war. Eigentlich überhaupt nicht mein Ding, progressiv ist normalerweise auch nicht meine Baustelle. Wahrscheinlich läuft es mir trotz allem so gut rein, da die teils sehr harten und schnellen und auch oft vertrackten Sachen mit traumhaften Melodien und wahnsinnig gefühlvollen Gitarren veredelt werden.
Meine absoluten Lieblingssongs sind Diagnosis Terminal und das oberamtliche Time Immemorial.
Mein Hauptgrund, diese Scheibe immer und immer wieder aufzulegen ist allerdings Sänger Stu Block ( der ja zu seinem Glück von Iced Earth abgeworben wurde und dort endlich eine lahme Rentnerband wieder auf Kurs gebracht hat, obwohl mir Jon Schaffer ihn viel zu wenig mit seiner eigenen Stimme singen lässt und ihn viel zu sehr auf die mittleren Lagen seiner Stimmer "festnagelt" - aber auch das ist nach einigen durchläufen klasse ). So etwas wie diesen Kerl hatte ich rein von der Art und Variation der Stimme her von einer einzigen Person noch nie zuvor gehört. Der Mensch wechselt mal eben von Death Metal Growls in den normalen Klargesang um im selben Moment kraftvoll zu shouten, dann erfolgt der plötzliche Wechsel in die allerhöchsten Höhen ohne allerdings ( jedenfalls für meine Ohren ) zu nervig und fiepsig zu sein. All diese Stimmlagen werden kraftvoll und mit jeder menge Power geboten.
Ganz besonders ist meiner meinung nach der Wechsel von der ganzen hohen Stimme ind die Growls und zurück. Ich bin nach wie vor völlig sprachlos, wenn ich mir die CD anhöre und die hier gebotene "Verbalakrobatik" auf mich wirken lasse. Für mich einer der besten Sänger aller Zeiten. Jetzt auch die Frage, kriegt der Mann das auch live hin. Um das zu testen kann man als Fan in Deutschland nur auf You Tube Live Videos zurückgreifen. Und bei allen die ich mir angesehen habe, was das gebotene über jeden Zweifel erhaben. Von Into Eternity gibt es auf YouTube auch eine Live Version von Priest`s Painkiller. Dringend mal ansehen, es ist mir schleierhaft wie ein Mann so hoch, klar und gleichzeitig druckvoll singen kann, ohne das die Stimme den Bach runtergeht.
Einerseits sollte man sich für Stu Block freuen, das er den lange verdienten Durchbruch nun wohl mit seiner Verpflichtung als Iced Earth Sänger geschafft hat und nun bei Iced Earth jemand mit genug Enthusiasmus und einer Mörderstimme die Position an den Vocals bekleidet. Andererseits singt er wie bereits zuvor erwähnt auf dem Iced Earth Album Dystopia "noch ein wenig mit angezogener Handbremse im mittleren Stimmbereich", für Into Eternity Fans der Alben mit ihm eine große Umgewöhnung. Ich denke das liegt eindeutig an "Mr. Ich muss alles bestimmen Redneck Schaffer". Für Into Eternity Fans ist es eher ein trauriger Zustand, da Stu wohl mit Into Eternity für längere Zeit weder auf Tour gehen, noch vollständige Alben einsingen kann um mit dem eng gestrickten Iced Earth Zeitplan nicht zu kollidieren.
Noch ein paar abschließende Worte zum Album selbst : Abgerundet wird das Album mit einem düsteren Coverartwork, nachdenklich beklemmenden Texten ( geht um den Kampf gegen Krebs ), einem extrem druckvollen Sound und jeder Menge tollen Songs über denen der Übersong Time Immemorial thront. Einen Genreoberbegriff für die Musik von Into Eternity gibt es definitv nicht. Es ist verinfacht gesagt ein Mix aus Melodeath, Power & Progessive Metal. Was bleibt noch zu sagen :
Sowas von Kaufpflicht !