Kennern des Genres ist "Alpha" ja eigentlich ein Begriff. Auch ich kannte die Band, d.h. habe das ein oder andere mal was drüber gelesen, mich aber nie wirklich damit befasst. Und jetzt, Jahre später nach dem Erscheinen, bestellte ich mir das Debütalbum. Ja, teilweise muss ich zustimmen, es klingt tatsächlich etwas schnulzenhaft. Aber auf keine unangenehme Weise, einfach viel harmonischer und liebevoller. Die Klangwelt, die hier erzeugt wird, entfaltet sich wie so oft bei dieser Art von Musik erst nach mehrmaligem intensiven Hören. Frauen- und Männerstimmen wechseln sich ab, dumpfe Keyboardklänge, die an Radiohead erinnern, fabrizieren zusammen mit elegischen Streichern ein wunderschönes (dieses Wort passt hier tatsächlich) Klangerlebnis, nach dessen Hören man sich fragt: Wie bringt man so viel Gefühl in Musik?
Am besten gefallen haben mir Track 3 und 4, auch wenn ich mich über das abrupte Ende des letzteren geärgert habe. Da die ganze Scheibe aber so überzeugt, hierfür kein Punktabzug.
Was erwartet den Hörer also: atmosphärischer TripHop, bei dem "Harmonie" gaaaanz groß geschrieben wird, Sounds irgendwo zwischen "Jay-Jay Johanson", "Krom" und einer kleinen Prise "Alphawezen". Ich werde mir wohl auch das zweite Werk zulegen und auf ein drittes hoffen. Schön, dass es trotz der gewaltigen, oberflächlichen Masse hin und wieder doch noch etwas neues, wirklich schönes zu entdecken gibt...