Death Metal ist derzeit zweifellos wieder stark im Aufwind. Speziell was die härtere Gangart dieses Genres betrifft. Neben den grandiosen Alben von SUFFOCATION, MONSTROSITY, JOB FOR A COWBOY (Geheimtipp!) und den wiedererstarkten DYING FETUS, sind es vor allem die kanadischen DESPISED ICON, die mit "The ills of modern man" ein riesiges Ausrufezeichen setzen können.
Das kranke Sextett aus Montreal lotet auf seinem neuen 10-Tracker erneut alle Extreme aus, und knüppelt mit seiner technisch perfekten Mixtur aus fiesem Grindcore, halsbrecherischem Death Metal und Groove-lastigem Metalcore alles in Grund und Boden. Als grobe Marschrichtung müssen hierbei natürlich Acts wie CRYPTOPSY, MIDERY INDEX und die frühen KATAKLYSM genannt werden. Ferner addiere man hierzu die alles zermalmenden Breakdowns von HATEBREED oder MERAUDER. Und letztlich garniere man diesen extravaganten Cocktail noch mit der hektischen Breakverliebtheit von MESHUGGAH. Fertig ist der Sound für die Klappse !!!
Die beiden Sänger kreischbrüllen durch die Botanik, wobei vor allem die megatiefen Death-Grunts - die nicht selten Assoziationen an eine kaputte Dunstabzugshaube erwecken - manchmal unfreiwillig lustig klingen. Megabrutale und bisweilen nervenzerfetzende Granaten wie "Oval shaped incisions" , "Quarantine" , "Tears of the blameless" oder "The ills of modern man" (goil!) verlangen dem geneigten Hörer wirklich alles ab, während die schleppenden, schwermütigen Riffs in "Furtive monologue" den Doomcore-Göttern CROWBAR zur Ehre reichen würden. Charakteristisch für den Sound von DESPISED ICON: Die sechs Sickos haben sich die einzige (!) Melodie des Albums für den allerletzten Song "Fainted blue ornaments" aufgehoben.
Coole Scheibe...aber definitiv nichts für Leute mit schwachem Nervenkostüm !!!